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Ein Topmodel gegen die Blogwelt - Die „Heidi-Klum-Affäre“


Nachdem ich nun schon seit einiger Zeit die Berichte von Medienrauschen.de zum Thema Heidi Klum und Sozialgericht Bremen verfolgt habe, möchte ich nun meinen Beitrag dazu leisten, um den Werbeblogger Patrick Breitenbach zu unterstützen. Es geht um folgendes:

Am 30.12.2005 erschien auf werbeblogger.de der Eintrag „Heidiheida der Klumpfuß“, in dem der Blogbetreiber von einem schönen Weihnachtgruß aus dem Hause Klum berichtet:

„Ich öffne eines schönen Weihnachtsmorgens meinen virtuellen Briefkasten und entdecke (…) eine Nachricht, die mir sofort ins Auge springt. Sie trägt den kurzen, knackig-kernigen Betreff "Markenrecht" und wurde von niemand geringeren als "Günther Klum" verfasst. (…)“

In dem betreffenden Brief stand dann folgender Text:

„da der Name Heidi Klum gesetzlich geschützt ist (R) und TM, bitte ich Sie den Namen aus Ihrer URL zu entfernen und die Werbung mit dem Namen Heidi Klum einzustellen. Als Termin hiefür habe ich mir den 2. Januar 2006 Notiert.“

Worum geht`s genau? Das Management des internationalen Topmodels Heidi Klum, möchte, dass Werbeblogger.de eine Nennung von Heidi Klum in der Url löscht. Wäre ja irgendwie nachvollziehbar, ginge es um eine kommerzielle Webseite, die mit der Nennung von Heidi Klum in der Adresszeile irgendwelche (finanziellen) Vorteile erringen würde. Allerdings: Werbeblogger.de ist ein stinknormaler Weblog, ohne finanzielle Hintergründe.
Im Konkreten geht es um diesn Eintrag vom 30.11.2005: Werbeblogger.de berichtet in 5 Zeilen:

„McDonalds in japan wandelt ja bereits auf Modelpfade mit merkwürdigen Ronald McDonald-Verschnitte.
Nun wurde Heidi Klum engagiert um in den USA in das ausgeleierte Fast-Food-Kostüm zu schlüpfen. Scheinbar möchte MCDonalds weiterhin krampfhaft gegen das derzeitige Supersize-Image angehen.“

So, das war`s. Ja, richtig, das ist alles. Das ist der Stein des Anstoßes. Das ist der Beitrag, weswegen, Werbeblogge.de am 26.12. um 04.40 Uhr Weihnachtspost von Günther Klum bekam. Weil in der Url „heidi_klum_wird_mchottie“ steht!

Werbeblogger.de weiß daraufhin auch selber nicht, wie mit der Klum-Aufforderung umzugehen ist und bittet um Rat:

„Vielleicht kann mir ja ein gewiefter Rechtsverdreher, der hier zufällig mitliest, einen kleinen Tipp zu den kommenden Verhaltensregeln geben? Soll ich mich lieber sofort beugen oder kann ich mich auf ein persönliches, juristisches Stelldichein mit Heidis Papa im Morgengrauen freuen?“

Im Folgenden hat Werbeblogger.de weiteren Kontakt mit Günther Klum gesucht und seine Rechercheergebnisse und den E-Mailverkehr im „Heidiheida der Klumpfuß“-Beitrag weiter dokumentiert:
So heißt es in einer weiteren Mail aus dem Hause Klum:

„vielen Dank für Ihre Informationen und Belehrungen.
Da meine Anwälte mich anders informieren, überlasse ich das ihnen den Sachverhalt aufzuklären.“

Kuhl! Ich weiß wirklich nicht, wie ich mit einer solchen Aufforderung umgehen würde. Überhaupt, erlaubt sich da vielleicht doch irgendjemand einen schlechten Scherz? Am 01.01.2006 schreibt Werbeblogger.de nach einigen Recherchearbeiten:

„Es scheint sich wirklich um KEINE Fälschung zu handeln“

Wie gesagt, ich bin über den Artikel „Hinweis: Heidi Klum möchte nicht gebloggt werden“ auf medienrauschen.de auf diese Story gestoßen. Und hier heißt es:

„Was (…) Herr Klum übersehen: Die Blogeinträge bei (…) Werbeblogger Patrick Breitenbach wurden inzwischen so oft verlinkt & kommentiert, dass Google gar nicht mehr an ihnen vorbeikommt. Eigentor mit Anlauf, sauber verwandelt.“

Will heißen: durch den Versuch Seitens Günther Klum Werbeblogger.de die Verwendung des Namens Heidi Klum zu untersagen hat er sich selber keinen großen Gefallen getan. Denn dadurch, dass viele andere Blogger auf diese Geschichte aufmerksam wurden und Werbebogger.de verlinkten, kam folgendes Ergebnis zustande: Gibt man heute bei Google den Namen „Heidi Klum“ ein, so erscheint schon auf Platz 2 „Werbeblogger - Heidiheida der Klumpfuß“! Das nenn ich ausgezeichnete PR-Arbeit!

Bei Lawblog.de, die schon vor einiger Zeit auf die „Klum Affaire“ gestoßen sind, heißt es am 31.12.2005 in dem Artikel „Heidi Klum und ihr Vater“:

„Es ist in einem Land, in dem jeder seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei sagen und verbreiten darf (Art. 5 Grundgesetz), nicht verboten, eine Marke zu erwähnen.“

Lawblog.de scheint sich seiner Sache ziemlich sicher zu sein. Denn in der Url zum besagten Artikel taucht auch hier der Name des Topmodels auf: „heidi-klum-und-ihr-vater“. Ebenso wie der oben zitierte Artikel von Medienrauschen.de: „heidi-klum-moechte-nicht-gebloggt-werden“.
Außerdem wird in einem Nachtrag der Artikel „Der Vater von der Klum …“ verlinkt. Hier nimmt sich Sascha Krämer dem Thema an und versucht die Sachlage näher zu beleuchten. In dem Artikel heißt es:

„Wenn man mit dem OLG Düsseldorf die Verwendung von markenrechtlich geschützten Bezeichnungen in Metatags für zulässig hält (…) dürfte das auch für die Verwendung der markenrechtlich geschützten Bezeichnung in der URL eines Blogbeitrags gelten. Entscheidung offen.“

„Damit wir überhaupt ins Markenrecht kommen, müsste beim Werbeblogger zunächst ein Handeln im geschäftlichen Verkehr (vgl. § 14 Abs. 2 MarkenG) vorliegen. Angesichts der Tendenz der Rechtsprechung zur (sehr) weiten Auslegung des Begriffs “geschäftlicher Verkehr” dürfte man zumindest im einstweiligen Verfügungsverfahren diese Hürde relativ leicht nehmen können. Falls man den “geschäftlichen Verkehr” verneinen sollte, wäre man im Übrigen wieder beim § 12 BGB (der im Anwendungsbereich des MarkenG aus Spezialiätsgründen verdrängt und keine Anwendung finden würde).“

Interessante Geschichte. Ich bin gespannt, wie die Sache weitergeht und ob es zu einem (für die Blogwelt positiven) Ende kommt. Medienrauschen.de schreibt im aktuellen Artikel zum Thema:

„Irgendwas läuft da mächtig falsch im Hause Klum.“

Dem kann ich mich nur voll und ganz anschließen. Ich für meinen Teil brauche zumindest keine Angst zu haben: bei mir taucht der Name „Heidi Klum“ in der Url zu diesem Artikel NICHT auf!
Übrigens gibt`s einen ähnlichen Fall bei shopblogger.de. Hier stammt die Post allerdings nicht aus dem Showbusiness sondern von einer Behörde: dem Sozialgericht Bremen. Der Fall ist mindestens so heiß diskutiert wie der von Heidi Klum!

bluejax
Rottenburg, den 07. Januar 2006


Nachtrag #1:
Durch hirnrinde.de bin ich auf weitere Artikel zum Thema gestoßen. So titelt die Netzeitung „Heidi Klum mag keine Blogeinträge“:

„Breitenbach sagte der Netzeitung, er denke überhaupt nicht daran, den Eintrag zu entfernen. «Schon allein aus grundsätzlichen Erwägungen nicht.» (…) «Es gibt gute Chancen, dass der Beitrag bleibt», so Breitenbach.“

Desweiteren hat die Netzeitung auch Kontakt mit Günther Klum aufgenommen:
„Am Montagnachmittag erhielt die Netzeitung eine kurze Mail, in der Klum bat, für Breitenbachs Seite nicht indirekt Werbung zu machen - ob die Mail tatsächlich von ihm geschrieben wurde, ist unklar. Seine Sprecherin bestätigte jedoch, dass zumindest die Absenderadresse korrekt ist.“
Gut, ich habe noch keine E-Mail aus dem Hause Heidi/Günther Klum bekommen. Deswegen: Geht doch mal auf folgende Seite: werbeblogger.de“!
Den Artikel der Netzeitung haben im übrigen auch N24 und Sat.1 übernommen!

Wie hirnrinde.de weiter berichtet, haben sich nun sogar die Schweizer dem Thema angenommen. So schreibt 20min.ch: „Klum gegen Blogs“.
Der Berliner Kurier schreibt bei BerlinOnline: „Heidi Klum - Model zickt gegen Fans“!
Und auch die Frankfurter Rundschau hat sich unter „Blogsphäre - Juristische Eitelkeiten“ mit dem Thema beschäftigt.
Das Handelsblatt: „Ehre der Blogger - Heidi, deine Welt ist nicht das Internet“:

„Die Affäre ist längst über den Globus verbreitet. 10 000 Seitenabrufe zählte allein der Werbeblogger am vergangenen Dienstag, auf zahlreichen anderen Blogs wird der Fall diskutiert. Auch die ersten US-Blogs berichten.“

Ein weiteres Nachbarland: der österreichische Fernsehsender ORF: „Papa Klum und Bremen vs. das Internet“

Und auch Golem.de mischt mit:„Blogs mit merkwürdigen Markenproblemen - Markenverstoß oder einfache Namensnennung?.

Man, was für ein Aufruhr die „Heidi-Klum-Affaire“ erzeugt. Franz Beckenbauer würde sagen: „Jo mei, is denn heit scho Sommerloch?“
Heidi Heida, the show must go on!

Nachtrag #2:
Und mittlerweile hat sich auch Spiegel-Online der Sache angenommen. Unter dem Titel: „Realsatire - Heidi Klum, Sozialgericht und Dönerfleisch...“ berichtet Richard Meusers sowohl von der „Heidi-Klum-Affaire“, der „Akte Sozialgericht Bremen“, sowie einem weiteren Vorfall, der „Sache Vakona“. Der Artikel endet mit den Worten:

„Und damit ist die Sache ein Lehrstück dafür, wie man mit der Öffentlichkeit nicht umspringen sollte, deren Teil auch die Blogosphäre ist. Denn es wird sehr anschaulich, wie schnell eine Story von der mehr oder weniger unbekannten Blogosphäre ihren Weg in die Medien finden kann.“

Das wäre doch jetzt ein schönes Schlusswort, oder?!


Nachtrag #3
16. Januar 2006, Erfurt:

Von wegen Schlusswort! The show must go on? Die Show geht weiter:

Nachdem das Handelsblatt am 05. Januar sich der „Heidi-Klum-Affaire annahm, gab es im Hause Günther Klum einen lauten Knall. Rauchschwaden stiegen auf, das Blut brodelte, Papa Klum kochte. Und er schrieb Chefredakteur Bernd Ziesemer folgendes Fax:

"Über den oben angegebenen Artikel einer Ihrer Aushilfen, des sehr geehrten Herrn Thomas Knüwer (den Namen hab ich im Impressum nicht gefunden) war ich nach der Rückkehr aus meinem Urlaub etwas verwundert. Auch das Sie als Handelsblatt die passenden juristischen Ausführungen zu dem Thema bereit stellen, ist m.E. für Ihre hoch angesehene Wirtschaftszeitung gewöhnungsbedürftig.
Ob die Belange des Internet-, Namens- bzw. Markenrechts richtig gewichtet wurden, bleibt abzuwarten. Festzustellen ist, daß Sie einseitig Werbung für eine Internetseite betreiben, ohne die Rechte der anderen entsprechend zu berücksichtigen.
Über Ihre persönliche Sichtweise würde ich mich sehr freuen"
Quelle: handelsblatt6.blogg.de

Ja ja, was man nicht alles so macht, wenn man sich einmal verrannt hat. Ganz ehrlich: Was bitteschön möchte Papa Klum mit dieser Aktion eigentlich erreichen? Das einzige, was der Marke Heidi Klum schadet ist doch wohl sein erbärmliches Auftreten in dieser Sache. Er hätte wohl selbst nicht damit gerechnet, dass seine Unterlassungsaufforderung an einen Blogbetreiber solche Wellen schlagen könnte. Aber zumindest nachdem er merkte, welche Wendung die Dinge nehmen, hätte er doch einlenken können. Oder hat er es noch gar nicht gemerkt? Hat er noch gar nicht gemerkt, dass er sich richtig lächerlich macht in der Öffentlichkeit. Die (Blog-) Welt lacht. Spätestens jetzt muss er doch langsam einlenken. Sollte einen Schritt auf die Blogwelt und die Öffentlichkeit zugehen. Statt als Manager eines der erfolgreichsten und millionenschweren Topmodels gegen kleine, unbedeutende Weblogger zu kämpfen, sollte er doch lieber seiner Arbeit nachgehen und sich darum kümmern, dass seine Tochter noch mehr Millionensummen einstreicht. Aber nein,…

Tja, vielleicht hat der gute Mann auch noch nicht daran gedacht, dass sich diese Geschichte auch negativ auf das Image der Marke Heidi Klum niederschlagen könnte. Dass sie schaden an dem Verhalten ihres Vaters nehmen könnte.

Oder ist das ganze am Ende eine geschickt eingefädelte PR-Aktion? Heidi Klum macht doch jetzt eine neue TV-Show auf ProSieben, in der sie ihre Nachfolgering küren soll. Na ja, dann wäre es wieder geschickt eingefädelt. Denn die Aufmerksamkeit im Netzt hat er nun. Er müsste dann nur irgendwann hingehen und eine Kehrtwende vollziehen. Dem Werbeblogger und dem Handelsblatt ein exklusives Interview mit seinem Tochterherz verschaffen und Schwupp-di-wupp, die Welt wäre wieder in Ordnung. Je mehr ich drüber nachdenke, desto besser gefällt mir die Sache mit der berechneten PR-Aktion. Also wenn er wirklich so dreist gewesen sein sollte und alles war geplant, Respekt! Na ja, wir werden sehn.

Quellen und Links:
http://www.medienrauschen.de/archiv/2006/01/01/hinweis-heidi-klum-moechte-nicht-gebloggt-werden/
http://www.medienrauschen.de/archiv/2006/01/05/guerilla-marketing-und-er-war-es-doch/
http://www.werbeblogger.de/index.php/2005/12/30/fanilie_klum_lasst_grusen
http://www.werbeblogger.de/index.php/2004/11/30/heidi_klum_wird_mchottie
http://www.lawblog.de/index.php/archives/2005/12/31/heidi-klum-und-ihr-vater/
http://weblawg.saschakremer.de/2005/12/31/der-vater-von-der-klum/
http://www.hirnrinde.de/index.php/2006/01/02/nachste_stufe_der_sylvester_rakete_n_abg
http://www.netzeitung.de/internet/375515.html
http://www.n24.de/wirtschaft/multimedia/index.php/n2006010214482700002
http://www.sat1.de/news/wirtschaft/2006/01/02/n2006010214482700002/index.php
http://www.20min.ch/unterhaltung/people/story/18122246
http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/berlin/106323.html
http://www.fr-aktuell.de/uebersicht/dossiers_und_serien/computer_und_internet/blogosphaere/?cnt=779402
http://www.handelsblatt.com/pshb/fn/relhbi/sfn/buildhbi/cn/GoArt!200104,204016,1013479/index.html
http://futurezone.orf.at/it/stories/80745/
http://www.golem.de/0601/42448.html
http://www.spiegel.de/netzwelt/netzkultur/0,1518,393856,00.html
http://handelsblatt6.blogg.de/eintrag.php?id=511
http://www.medienrauschen.de
http://www.werbeblogger.de
http://weblawg.saschakremer.de
http://www.lawblog.de
7.1.06 00:52
 


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Also die Leute sind doch alle nicht mehr ganz dicht!

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