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Journalisten im Tarnanzug – Diskurs statt Dialog


Also jetzt muss ich mich auch mal in die Diskussion rund um die Mohammed-Karikaturen einschalten.
Wer nicht weiß, um was es geht, hier eine kurze Einführung:
Die dänische Tageszeitung „Jyllands-Posten“ hat im vergangenen September eine Reihe von Karikaturen abgedruckt die den Propheten Mohammed darstellten. Ich verlinke jetzt hier absichtlich nicht zu den Karikaturen, da ich diese Aktion nicht gut heiße und mich auch davon distanzieren möchte! Auf den Bildern wurden Mohammed und der Islam in ziemlich provokanter Art und Weise dargestellt:
Ein Bild zeigt ihn zwischen 2 muslimischen Frauen, jeweils gehüllt in eine schwarze Burka mit Augenschlitzen. Das Gesicht von Mohammed selber ist mit einem schwarzen Balken überzogen, in den Händen hält er einen Säbel. Das Bild ist augenscheinlich an die Videos angelehnt, die es in letzter Zeit des Öfteren aus dem Irak gibt und die Entführte und ihre Geiselnehmer zeigen. Ein anderes Bild zeigt eine Tätergegenüberstellung. Hier sind verschiedene Religionsvertreter zu sehen, die alle einen Turban tragen, darunter auch wieder Mohammed.
Weiter ist ein Bild zu sehen, welches Selbstmordattentäter zeigt, die gerade den Eingang zum Paradies erreichen und zu hören bekommen, dass die Jungfrauen leider ausgegangen seien. Die provokanteste Karikatur von allen zeigt Mohammed mit einem Turban, der aus einer brennenden Bombe besteht. Insgesamt handelt es sich um 12 Bilder.

Einen guten Überblick über das Geschehen liefert die Zeit in dem Artikel „Allah und der Humor“:
Auf Nachfragen und Hinweise von Journalisten begann sich etwa eine Woche nach Veröffentlichung Empörung und Widerstand unter dänischen Muslimen zu regen. „Kurz darauf führte (…) eine Delegation dänischer Muslime auf eine Rundreise durch mehrere islamische Länder, um sich über Dänemark zu beschweren.“ Dies führte wiederum dazu, dass 11 dieser bereisten Länder dem „liberalkonservativen dänischen Premierminister Anders Fogh Rasmussen einen Protestbrief“ geschrieben, in dem sie ihn zu einem Gespräch mit ihren Botschaftern aufforderten. Vielleicht hätte ein solches Gespräch die Wogen geglättet, aber Rasmussen lehnte ab: „In Dänemark nehme die Politik keinen Einfluss auf die Presse, antwortete Rasmussen kühl, folglich gebe es keinen Grund für ein Gespräch. Darauf riefen im Dezember die Organisation der Islamischen Konferenz und die Arabische Liga zum Boykott Dänemarks auf.“ Die Folge waren immer weitere Gerüchte und Verschwörungstheorien, die nun rund um den Globus aus dem Boden sprossen.
Dann pünktlich zum Jahreswechsel und nach heftigem Druck sowohl aus Dänemark, als auch aus anderen Ländern folgte die Kehrtwende. „In seiner Neujahrsansprache verurteilte Rasmussen alle Äußerungen, die Menschen »aufgrund ihres Glaubens verteufeln«. Der Gebrauch der Meinungsfreiheit setze wechselseitigen Respekt und einen »ordentlichen Ton« voraus.“

Doch die Reaktion von Rasmussen kam etwas zu spät. Die Dinge hatten sich mittlerweile verselbständigt, die Wogen konnten nicht mehr geglättet werden. „Neben der Bombendrohung gebe es auch zahlreiche Morddrohungen per Mail und Telefon, bestätigt Joern Mikkelsen, der Politik-Chef der "Jyllands-Posten".“ schrieb Spiegel-Online in dem Artikel "Mohammed-Karikaturen - Das war es wert".

Neues Öl goss vergangenen Mittwoch die französische Zeitung „France Soir“ ins Feuer. Wie die Zeit im Artikel "Zu Hilfe, Voltaire" berichtet druckte die Zeitung die Karikaturen unter der Überschrift „Ja, man darf Gott karikieren“ ab. „Schon seit Monaten drohte dem Blatt die Zahlungsunfähigkeit“, doch mit diesem extremen Akt der Verzweiflung um Aufmerksamkeit zu ergattern hat sich die Zeitung selber keinen großen Gefallen getan. Der ägyptisch-französische Verleger Raymond Lakah hat auf die Entrüstung reagiert und sich gestern von seinem Chefredakteur Jacques Lefranc getrennt.

Und auch in Deutschland tauchten die Karikaturen mittlerweile in Zeitungen auf. „Die Welt“ veröffentlichte diese Woche einige der umstrittenen Karikaturen „aus Solidarität“, teilweise sogar auf der Titelseite. Heute erschien zudem der Artikel "Es besteht Dokumentationspflicht", in dem einige Chefredakteure aus der deutschen Presselandschaft Stellung beziehen:

Dass der Spiegel sich mittlerweile auf neokonservativen Wegen befindet ist ja bereits längst bekannt. Deswegen verwundert auch nicht der Kommentar von Joachim Preuß, stellvertretender Chefredakteur: "Dass die Welt heute mit einer Karikatur auf dem Titel erschienen ist, hat mir gut gefallen."
Bascha Mika, Chefredakteurin der "Tageszeitung" (Taz), die ebenfalls einige Bilder veröffentlichte meint: "Wir drucken diese Karikaturen, weil eine Dokumentationspflicht besteht. Weil sich die Leser ihre eigene Meinung bilden sollen. Und wir drucken sie auch, weil es zur Pressefreiheit gehört, sich dem Druck radikaler Moslems nicht zu beugen."
Interessant und sicherlich auch etwas überraschend ist die Meinung von Kai Diekmann, Chefredakteur der "Bild"-Zeitung,: "Ich persönlich würde in "Bild" keine Karikaturen drucken, die bewusst religiöse Gefühle verletzen."
Auch "Focus"-Chefredakteur Helmut Markwort sieht es etwas zurückhaltender: "Auf keinen Fall würde ich die Karikaturen alle abdrucken, höchstens eine als Beleg für eine Geschichte."
Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der "Zeit", sieht die Sache dann auch etwas differenzierter: "Als jemand, der persönlich durchaus ein religiöses Koordinatensystem hat, finde ich, dass man es nicht darauf anlegen soll, die religiösen Gefühle von Menschen zu verletzen. Aber gerade im Hinblick auf Dänemark kann ich nur davor warnen, sich nun in vorauseilender Selbstzensur zu üben."

Ich muss sagen, dass es das erste mal soweit ist, dass ich Diekmann und (nur) teilweise Markwort zustimmen kann! Denn es geht hier nicht darum, die Karikaturen jetzt als reine Provokation abzudrucken. Aber genau das ist es, was die europäischen Zeitungen gerade machen. Hier wird jetzt leider der Fehler begangen eine Debatte über Meinungsfreiheit mit Hilfe von religionsverletztenden Zeichnungen auszutragen.

Wir dürfen nicht vergessen, dass es einfach eine pure Provokation ist, den Propheten Mohammed so abzudrucken. Es ist nunmal Teil des islamischen Glaubens, dass keine Bilder von ihm veröffentlicht werden. Und dann auch noch in solcher Art und Weise. Nein, dieses Süppchen haben sich die Redakteure selbst eingebrockt.
Es musste im Vorfeld klar sein, dass es Protest geben würde. Dies wurde in Kauf genommen. Ja, es wurde sogar extra darauf angelegt und auf die Provokation hin gearbeitet.

Dennoch stelle ich hier auch klar, dass ich das Ausmaß der Empörung und die doch sehr gefährlichen und konkreten Mord- und Bomben-Drohungen für sehr erschreckend & tragisch halte. Davon möchte ich mich hier auch klar distanzieren!

Deswegen finde ich auch die Stellungnahme von di Lorenzo vernünftig. Man sollte trennen zwischen Meinungsfreiheit und Provokation, mit der man vorsätzlich religiöse Gefühle verletzen möchte! Eine Diskussion darüber, wie weit die Berichterstattung (oder eine Zeitung) gehen darf ist in Ordnung und soll auch auf jeden Fall geführt werden. Jetzt aber in blinden Populismus zu verfallen und absichtlich die Karikaturen auf den (Titel-) Seiten abzudrucken, um einfach noch mehr Öl ins Feuer zu gießen und weiter zu provozieren, davon halte ich überhaupt gar nichts!

Und jetzt? Jetzt heißt es Diskurs statt Dialog. Jetzt braut jeder sein eigenes Süppchen, die arabischen Zeitungen machen Stimmung gegen den Westen und die westlichen Zeitungen machen Stimmung gegen die arabische Welt. Toll, das ist ja wirklich guter, vorbildlicher Qualitätsjournalismus!

Ich würde mir wünschen, dass sich arabische & westliche Zeitungen mal zusammensetzen und eine gemeinsame Diskussion über das Thema führen. Die einen sagen ihre Sicht der Dinge, die Anderen die ihre. Und die Ergebnisse sollten dann sowohl in westlichen, als auch in arabischen Zeitungen abgedruckt werden. Man sollte einfach versuchen, die andere Seite mit all ihren Facetten und Einstellungen kennen & respektieren zu lernen. Ich fände solch ein Verhalten zumindest mutiger und aufschlussreicher, als das, was gerade überall abgeht!

Es kann doch wirklich nicht Sinn und Zweck sein, dass jetzt überall Stimmung gegeneinander gemacht wird. Der Westen sollte langsam mal anfangen sich mit den Eigenschaften und Hintergründen des islamischen Glaubens zu beschäftigen. Dass man nicht mit unseren Maßstäben über andere Kulturen oder Religionen urteilen sollte. Wie gesagt, wir sollten den Dialog suchen, anstatt einfach nur drauf los zu hauen.
Natürlich gilt dies auch umgekehrt. Auch die arabische Welt muss lernen, dass nicht alle Äußerungen aus dem Westen persönliche Angriffe darstellen sollen. Der Westen ist – anders als er selber immer denkt – nicht perfekt. Der Westen macht ebenso Fehler, immer wieder aufs Neue. Man sollte langsam anfangen sich gegenseitig zu tolerieren. Der Westen muss einsehen, dass er der arabischen Welt nicht sein Gesicht und sein Verhalten aufzwingen kann/darf. Und umgekehrt muss auch der (fundamentale) Islam lernen den Westen anzuerkennen, vielleicht auch einzugestehen, dass das eine oder andere – Stichwort Gleichberechtigung und Meinungsfreiheit - vielleicht auch erstrebenswert ist. Es gibt positive Bestrebungen und Tendenzen auf beiden Seiten. Aber leider auch immer wieder neue Rückschläge. Und das momentane Theater schürt nur neue Ängste, Vorurteile und Ablehnungen. Das ist gefährlich.

Zu einen Kampf der Kulturen (oder der Religionen) – wie ihn Samuel Huntington in „Clash of Civilizations“ beschrieben hat – dürfen wir es auf gar keinen Fall kommen lassen! Wir müssen einen Weg des gleichberechtigten Miteinanders finden. Wie, dass muss sich zeigen. „Toleranz“ und „Dialog“ lauten die Schlüsselwörter!!!

bluejax
Erfurt, den 02. Februar 2006


Quellen und Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Burka
http://www.zeit.de/2006/06/D_8anemark_neu
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,398600,00.html
http://www.zeit.de/online/2006/06/france_soir
http://www.welt.de/data/2006/02/02/839952.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Kampf_der_Kulturen

Nachtrag, 03.02.2006

Heute morgen hat Spiegel-Online den Artikel „Karikaturen-Streit - Annan fordert Respekt vor Religionen“ veröffentlicht. Darin wird der UNO-Chefsprecher Stephane Dujarric zitiert, der berichtete, dass Annan betroffen sei. „Der Generalsekretär der Vereinten Nationen vertrete die Ansicht, dass "die Pressefreiheit immer in einer Weise angewendet werden sollte, die den Glauben und die Lehren aller Religionen vollständig respektiert".
Das ist genau das, worauf ich auch schon hingewiesen hatte. Ist es wirklich sooooo schlau und gerechtfertigt jetzt in diversen Zeitungen die Karikaturen zu veröffentlichen, obwohl man ganz genau weiß, dass man die religiösen Gefühle von zig-Millionen Menschen verletzt?!

„Annan halte es auch für wichtig, Missverständnisse und Animositäten zwischen Menschen von unterschiedlichem Glauben und kultureller Tradition durch friedlichen Dialog und gegenseitigen Respekt auszuräumen.“
Auch hier kann ich mich Kofi Anan nur voll und ganz anschließen. Statt sich jetzt einfach bis an die Zähne zu bewaffnen und nur noch mehr zu provozieren, sollten die Journalisten vielleicht einfach mal anfangen und den gegenseitigen Dialog miteinander suchen. Einen europäisch-arabischen Dialog, bei dem sich Vertreter unterschiedlicher Zeitungen treffen und in einer gemeinsamen Runde über das Thema diskutieren. Denn jetzt sind gerade nur die Scharfmacher am Zuge, denen das Thema als willkommener Vorwand zum ballern und schießen dient.

Aber ich möchte jetzt nicht alle Journalisten über einen Kamm scheren. Nicht alle Journalisten sind Scharfmacher. Die Süddeutsche veröffentlichte heute auf ihrer Homepage den Kommentar „Religion und Respekt“ von Rudolph Chimelli. Dieser vermeidet es sich auf dieses Einseitige Nervenspiel der anderen Zeitungen einzulassen, sondern unternimmt vielmehr einen Versuch einer Differenzierung.

Zum einen meint er zwar, „Es wäre Unfug, wenn die Verunglimpfung von Glaubensinhalten des Christentums, des Judentums, des Hinduismus oder anderer Religionen „Meinung“ wäre, Spott über den Propheten aber todeswürdiger Frevel oder Delikt.“
Allerdings belässt er es nicht bei dieser einfachen Begründung. Er weiß, dass es komplexer ist:„Das Getöse um die dänischen Mohammed-Karikaturen zeigt, dass sich die Welt gründlich verändert hat. Und es macht sichtbar, dass die Zeit einfacher Wahrheiten vorbei ist.“

Er weist darauf hin, wie ich es auch schon tat, dass es nicht angebracht ist die ganze Welt mit den westlichen Normen und Maßstäben zu bewerten.
„Im Unterschied zu Europa, das sich vom Sakralen weitgehend ablöste, haben die Muslime, selbst wenn sie persönlich nicht religiös sind, ihr Gefühl für die Verbindlichkeit der Glaubensgrundsätze im Alltag erhalten. Islam ist Religion, Gesetz, Lebensregel und Sitte.“
Natürlich kann man über diese Einstellung diskutieren. Man sollte aber nicht den Fehler machen und versuchen damit dem Islam oder anderen Religionen die Menschlichkeit abzusprechen. „An dieser Stelle verläuft die tiefe Kluft zum Westen, die nur schwer zu überbrücken ist. Hier liegen die Wurzeln des Unverständnisses.“

Unverständnis drückt es wahrscheinlich ganz gut aus. Die arabische Welt kann den Westen mit seinem Verhalten nicht verstehen und der Westen versteht die islamische Welt nicht.

“Für Westler ist schwer zu verstehen, was an einer Karikatur Mohammeds so absolut verwerflich sein soll. (…) Er darf nicht verehrt werden, aber auch nicht verspottet: Das ist der ursprüngliche Grund des Abbildungsverbots. Keine islamische Bilddarstellung zeigt sein Gesicht.“

Und ich denke, das ist ein wesentlicher Punkt des ganzen Theaters. Anstatt nach den Hintergründen zu forschen und vielleicht versuchen diese Empörung der muslimischen Gesellschaft zu verstehen setzen sich viele Zeitungen lieber in einen Panzer, schießen und walzen alles nieder. Das hinterlässt verbrannte Erde. Und es zerstört noch mehr, als es eigentlich helfen würde.

„Vom Dialog der Kulturen, (…) ist die Welt durch den Karikaturen-Streit weiter entfernt denn je. Soll daraus nicht ein Schritt zum Krieg der Zivilisationen nach Samuel Huntington werden, muss der aktuelle Disput wieder entschärft werden.“

Was ist die Lösung, was tun? Zuerst einmal sollten wir versuchen die Gemüter zu beruhigen. Wir müssen versuchen uns kennen zu lernen. „Die Gläubigen des Islam sind nicht mehr der böse Feind, schon weil sie in großer Zahl unter uns leben.“
Im Grunde ist es nicht anders als es die USA bereits seit vielen Jahren veranschaulichen. Durch die Globalisierung bilden sich überall neue, bunte Gesellschaften, in der jedes Individuum seine Wurzeln und seine Gedanken mit einbringt. Bei den Vereinigten Staaten gebraucht man auch gerne den Begriff „Melting-Pot“ . Wir verschmelzen miteinander. Allerdings dürfen wir dabei nicht den Respekt und die Toleranz von einander – und auch vor anderen Religionen und Einstellungen –verlieren. Ohne Respekt und Toleranz wird es nicht gehen.

“Weniger Aufgeregtheit ist erforderlich, überall. Wenn schon keine liebevolle Verständigung – einen Modus vivendi brauchen alle, am meisten die europäischen Länder und ihre Muslime.“

Wir müssen die Angst voreinander verlieren. Den Kontakt suchen. Schon mal etwas von der Kontakthypothese gehört? Diese Theorie besagt, dass sich die Einstellung gegenüber Fremdgruppen mit steigender Kontakthäufigkeit verbessert. Ich glaube hier liegt eines der größten Probleme unserer „modernen“ Gesellschaften: Wir kennen uns viel zu schlecht!

Quellen und Links 2:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,398812,00.html
http://www.sueddeutsche.de/,tt4m2/kultur/artikel/486/69417/
http://de.wikipedia.org/wiki/Kampf_der_Kulturen
http://de.wikipedia.org/wiki/Schmelztiegel
http://www.infobitte.de/free/lex/allgLex0/m/modusVivendi.htm
2.2.06 18:44
 


bisher 19 Kommentar(e)     TrackBack-URL


AI3 / Website (3.2.06 19:22)
Vorschlag zum Dialog: Für einen Tag mal die Redaktionen von einer westlich und einer islamisch geprägten Zeitung austauschen. Wie damals beim 25. Geburtstag der taz:

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_tageszeitung#Das_Verh.C3.A4ltnis_zur_Bild-Zeitung
\"Zum 25. Geburtstag der taz (am 27. September 2003) wurden dagegen die Lieblingsfeinde als Redakteure für einen Tag in die tageszeitung zur Mitarbeit eingeladen (Feindliche Übernahme). Chefredakteur der Ausgabe war Kai Diekmann. In selbiger Ausgabe wurde auch erstmals Altkanzler Helmut Kohl für die taz interviewt.\"

Natürlich muss man das dann jeweils übersetzen.


bluejax / Website (3.2.06 19:32)
@AI3

schöner Vorschlag, gefällt mir!!!


Meckerossi / Website (3.2.06 22:38)
Ich glaube das Problem kommt vor allem daher, dass viele Menschen nicht verstehen, dass für einen nicht muslimischen Menschen die Regel, dass man keine Bilder vom islamischen Propheten machen darf, nicht gilt. Man kann sie aus Respekt zwar akzeptieren - spricht auch nicht wirklich viel dagegen, man muss es aber nicht - schließlich ist man ja kein Moslem.
Ich, als Agnostiker, finde monotheistische Religionen auch über die Maßen überheblich - und trotzdem zünde ich keine Kruzifixe oder Gebetsteppiche an...


Paul / Website (3.2.06 23:51)
Mar7aban,
a7sant, sehr Guter Artikel!!!! Besser könnte ich das ganze nicht ausdrücken und es spiegelt genau das wider, was ich über diese Sache denke. Da ich mitlerweile auch ein wenig Einblick in die arabische Welt bekomme, kann ich dem gesagten hier nur zustimmen. Es bringt wirklich nichts hier nach alten Mustern der westlichen Kultur zu handeln, Meinungsfreiheit halte ich auch für sehr wichtig, was ich jedoch für noch wichtiger halte ist Vernunft und genau das fehlt leider zu vielen Leuten.

Darüber zu diskutieren wäre sicherlich mal sehr interessant auch mit einigen arabischen Komilitonen, aber ich bin mir ganz sicher dass diese Diskussion sehr schwierig sein würde.

Also dann, îla-al-liqâ, as-salamû*alaikum!!!!


chamchum (4.2.06 00:29)
Danke Paul!
ich freue mich sehr
Das Artikal finde ich auch sehr gut u. interesant!


dalini / Website (4.2.06 02:00)
sehr schöner artikel! absolut gute zusammenfassung der situation ...


bluejax / Website (4.2.06 13:38)
@Paul

"Darüber zu diskutieren wäre sicherlich mal sehr interessant auch mit einigen arabischen Komilitonen"

Find ich einen sehr guten Vorschlag! Man sollte viel öfter miteinander reden, um andere Sitten, Normen & Kulturen besser kennen und verstehen zu lernen.
Das Problem vieler Menschen hier in Europa ist, dass sie nicht viel mit anderen Religionen wie dem Islam anfangen können. Sie hören immer nur schlechtes und Vorurteile, bilden sich darauf hin ein falsches Bild des ganzen & verallgemeinern.

Engagiert sich nicht auch der Löffelholz für den Deutsch-Arabischen Mediendialog?


be / Website (4.2.06 14:34)
I find these images ridiculous.

In Islam, we're not allowed to draw pictures of the other prophets e.g. Jesus, Moses, Abraham, we respect all these prophets.

Yet to find pictures like these of our beloved prophet Muhumad peace be upon him is insulting. It is a direct attack on Islam.

If people take time to read about the life of Prophet pbuh, they will not he was a mercy to mankind.


Lilalaunebär (5.2.06 21:39)
Der Artikel gefällt mir wirklich gut. Ich hab mir auch schon viele Gedanken über das Thema gemacht.
Deinem Artikel kann ich (fast) vollkommen zustimmen.
Der einzig mögliche Weg aus dem ganzen Schlamassel führt über den Dialog. Doch diesen Weg zu finden ist nicht einfach.
Den einzigen Kritikpunkt deines Artikels ist dein Lösungsansatz.
Diese "Melting-Pot" Idee ist zwar in der Theorie ganz schön, wurde von den meisten Soziologen aber bereits wieder aufgegeben und durch die sogenannte "Saladbowl" ersetzt. Denn, um beim Besipiel zu bleiben, in den USA bildet sich keine homogene Gesellschaft sondern vielmehr Parallelgesellschaften.
Und einem Moslem dürfte es genauso schwer wie einem Christen oder Juden klarzumachen sein, dass er in einer Melting-Pot Gesellschaft nicht seine religiöse Identität verliert.
Die Angst des Identitätsverlust ist offensichtlich (siehe USA) viel zu groß, als dass sich die Menschen "zusammenschmelzen" lassen würden.
Eine andere Lösung kann ich mir allerdings auch nicht vorstellen.


zarathustra / Website (6.2.06 12:36)
Leider kann ich deine Meinung nur bedingt teilen. Teilen in sofern ja, dass solche Karikaturen auf der TITELSEITE renommierter Blätter nichts zu suchen haben, allerdings heißt das nicht, das man Sie gar nicht mehr veröffentlichen sollte. Im Feulliton oder im Auslandsteil einer Zeitung spricht rein gar nichts dagegen. Immerhin spielen diese Karikaturen (zumindest zum Teil) auf das shizophrene Verhältniss einiger fanatischer Moslems zu ihrer Religion an. Und dieser indirekte Wahrheitsgehalt ist nunmal real vorhanden (Vgl. Entführungen, Selbstmordanschläge usw) Was gibt es daran zu kritisieren? Auch kann man unmöglich die Dänische Regierung für das Veröffentlichen veranwortlich machen. TITANIC oder EULENSPIEGEL könnte man dann gleich zensieren und somit die über Jahrzehnte erwachsene Satirekultur Eurpopas zu Grabe tragen. Außerdem muß man sich die Frage stellen, wem die aktuelle Situation am meisten nutzt - und das sind nicht zuletzt die Arabischen Staaten, die eine cogeniale Ablenkung ihrer innenpolitischen Problemen (Überbevölkerung, Arbeitslosigkeit) gefunden haben. Leider tauchen diese Aspekte, die zweifelsohne zur Betrachtung der Problematik wichtig sind, in deinem Artikel nicht auf.


bluejax / Website (6.2.06 14:01)
@ zarathustra

Es ist ja nicht nur so, dass durch die Abbildung Mohammads religöse Gefühle von Moslems verletzt werden. Das Bild, auf dem der Turban aus einer Bombe besteht, setzt auch noch den gesamten Islam mit dem Terrorismus gleich. Die Folge? Eine große Mehrheit in Europa kann die Dinge mittlerweile schon gar nicht mehr differenzieren. Viele sehen wirklich beim Thema Islam nur Terror & Blut. Haben Moslems nicht auch das Recht, vor solchen Anfeindungen geschützt zu werden?

Das momentane Theater verstärkt diese Vorurteile nur noch. Auch weil nun jede Seite versucht, selber Kapital daraus zu schlagen. Denn wie du schon richtig gesagt hast: Die Menschen in den arabischen Staaten werden im Moment von fundamentalen Eiferern angestachelt. Ebenso, wie es hier umgekehrt der Fall ist. Da geht hier die Debatte unter, weil die Zeitungen das Bild zeichnen, dass alle Moslems gewaltbereit sind. Was aber definitiv NICHT der Fall ist!

Deswegen kommt den Medien im Moment auch eine verantwortungsvolle Rolle zuteil. Und es ist nun wirklich alles andere als verantwortungsvoll, Bilder, die so dermaßen verzerrend & verletztend sind heute in millionenfacher Auflage unter die Europäer zu bringen!


bluejax / Website (6.2.06 14:08)
@ Lilalaunebär

Du hast recht, der "Melting-Pot"-Vergleich war etwas unglücklich, weil leider nicht (ganz) realistisch!


bluejax / Website (6.2.06 17:33)
@ zarathustra

Zum Thema Überbevölkerung hab ich hier vor einiger Zeit übrigens den kleinen Artikel \"Ängste schüren – Rassismus an Schulen gelehrt\" geschrieben:
http://www.myblog.de/bluejax/art/1933660


bluejax / Website (6.2.06 17:34)
Und noch ein Atikel von mir zum Thema: "Lernen von anderen Kulturen – Bunte Vielfalt in Deutschland"!
http://www.myblog.de/bluejax/art/1860666


@blujax / Website (6.2.06 23:16)
"Das Bild, auf dem der Turban aus einer Bombe besteht, setzt auch noch den gesamten Islam mit dem Terrorismus gleich"

Im Ernst: Kein Karikaturist würde sich ernsthaft erlauben, alle Muslime als Terroristen darzustellen. Solch eine Karikatur wäre schlicht und ergreifend unglauwürdig. Ursprünglich sollte lediglich bildhaft dargestellt werden, das sich Islamische Fundamentalisten stets auf ihre Religion berufen
Möglicherweise hätte man dieses Faktum stärker hervorheben sollen.

Die Menschen in den arabischen Staaten werden im Moment von fundamentalen Eiferern angestachelt. Ebenso, wie es hier umgekehrt der Fall ist.

In Europa sind keine randalierenden Menschenmassen durch die Straßen gezogen und haben gebrandschatzt wie im Mittelalter. Ein Defizit ist allerdings, das noch Stärker in den Medien hervorgehoben werden muss, das diese radikalen Gruppen nur einen kleinen Teil der muslimischen Religionsgemeinschaft darstellt - da Stimme ich dir zu. Eine echte Distanzierung von diesen radikalen Gruppen ist im Nahen Osten allerdings auch bis heute leider NICHT erfolgt.

Die Karikaturen, die im übrigen von einem völlig unbedeutenden dänischen Lokalblatt veröffentlicht wurden, dienten im Nahen Osten radikalen Fundamentalisten eher als willkommenen Anlass, gegen das für sie verhasste westliche System Stimmung zu machen - und die dortigen Staaten gewährten großzügige Zurückhaltung - und genau dort und nirgendwo anders liegt meiner Meinung nach das Grundproblem: Mangelnde demokratische Systeme (Irak, Iran, Palästina), mangelndes Demokatiebewußtsein, das rasante Bevölkerungswachstum und die zumindest für Teile der Bevölkerung trostlosen Zukunftsaussichten.

"Zum Thema Überbevölkerung hab ich hier vor einiger Zeit übrigens den kleinen Artikel \"Ängste schüren – Rassismus an Schulen gelehrt\" geschrieben:"

Hier werden Äpfel (Monaco) mit Birnen (Mongolei) verglichen.


bluejax / Website (6.2.06 23:49)
@zarathustra

Zum Thema Überbevölkerung: Natürlich wollte ich dieses Thema nicht im Zusammenhang mit den momentanen Vorgängen vergleichen. Vielmehr hast du darauf hingewiesen, dass die arabischen Staaten ein ernsthaftes Problem mit der Überbevölkerung hätten. Und da ich die Sichtweise, die in dem PM-Interview zitiert wird recht interessant finde und das Thema Überbevölkerung aus einer anderen Wichtweise betrachtet, habe ich hier den Link dazu empfohlen.
Aber du hast recht, eigentlich off-topic!

"Kein Karikaturist würde sich ernsthaft erlauben, alle Muslime als Terroristen darzustellen."
Tut mir leid, aber nichts anderes tut besagte Karikatur! Zumindest erweckt sie den Anschein.

"In Europa sind keine randalierenden Menschenmassen durch die Straßen gezogen und haben gebrandschatzt wie im Mittelalter."

Du hast recht, die Menschen nicht. Dafür haben viele Zeitungen (und vor allem vielbesuchte Blogs!) das übernommen. Und damit die Stimmung zum Kochen gebracht!

"Mangelnde demokratische Systeme (Irak, Iran, Palästina), mangelndes Demokatiebewußtsein"
Das ist die Sichtweise der westlichen Welt. Hier gibt es Menschen, die denken, dass man mit Gewalt unsere Werte in anderen Teilen der Erde durchboxen müsste.
Gabs das nicht schon mal? Übereifer kann leider auch in eine ganz falsche Richtung gehen.

Nimm die das Beispiel Marokko, dort wird schrittweise versucht westliche Werte und arabische Werte miteinander zu verbinden. Menschenrechte & Scharia. Aber darüber ist hier natürlich wenig bekannt. Schade!


zarathustra / Website (7.2.06 11:55)
@bluejax

"Das ist die Sichtweise der westlichen Welt."

Willst du mir etwa erzählen, das es einem EGAL sein soll, wie antisemitische Entwicklungen ein ganzes Land mit nicht zu verachtender Einwohnerzahl erfassen, und wo von gewissen Persönlichkeiten höchspersönlich die Ausweisung aller Juden aus Israel gefordert sowie der Holocaust verleugnet wird? Wohlgemerkt, diese Person ist kein unbedeutender radikaler Hassprediger sondern der Präsident des Iran höchstpersönlich.
Mich würde mal interessieren, wie du dazu stehst.
Natürlich gibt es im Iran keine freie Medien und erst Recht ein mangelndes Demokratieverständis, willst DU das etwa leugnen?

"Nimm die das Beispiel Marokko, dort wird schrittweise versucht westliche Werte und arabische Werte miteinander zu verbinden."

Ung genau dort verliefen die Demonstrationen auch friedlich...


maddin (9.2.06 20:03)
Spiegel Online berichtet über die Diskussion an der TU...

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,399966,00.html


/ Website (10.2.06 13:59)
ich glaube, das problem ist, daß die moslems, die jetzt rumheulen und -randalieren obenrum nicht alles beisammen haben.

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