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Dickes B – bunte Perle an der Spree


Vergangenes Wochenende war ich aufgrund einer Exkursion im Rahmen unseres Studienganges der angewandten Medienwissenschaft der TU Ilmenau in Berlin. Wir waren zwar schon am Freitag mit dem offiziellen Teil durch, jedoch haben wir in einer kleinen Gruppe beschlossen das Pfingstwochenende noch dran zuhängen und uns noch ein paar schöne Tage in Berlin zu machen. Mich hatte das besonders gefreut, bin ich doch seit Jahren ein wahrer Berlin-Fan.

Zu Zeiten, als die Mauer noch stand und Deutschland in zwei Teile getrennt war, kannte ich nur eine Seite Berlins: den Osten. Das ist vielleicht etwas verwunderlich, da ich ja eigentlich ein Westdeutscher bin und in der Bundesrepublik aufgewachsen bin. Aber weil unsere Familie Verwandte in der Nähe von Dresden hatte, kam ich in die glückliche Lage, fast jährlich bis zum Mauerfall in die DDR zu fahren. Und bei eben diesen Besuchen haben wir dann auch des öfteren Berlin angeschaut. Ich habe sie noch vor mir, die Bilder, wie ich auf die abgeriegelten Bereiche vor der Mauer schauen konnte, wo Wachposten patrouillierten; oder das Brandenburger Tor, ebenfalls weiträumig abgegrenzt.

Und vor einigen Jahren habe ich Berlin neu entdeckt. Ob Studienfahrt mit der Schule, gesponserter Trip eines grünen Bundestagsabgeordneten oder Kurztrips mit meiner Freundin. Ich war in den letzten Jahren fast regelmäßig dort. Berlin übt eine faszinierende und bezaubernde Wirkung auf mich aus, wie keine andere Stadt Deutschlands. Ob es daran liegt, das Berlin die deutsche Hauptstadt ist? Die bevölkerungsreichste und größte Stadt der BRD? Das Großstadtflair mit dem großen Angebot?

Was mich besonders Beeindruckt ist die Geschichte. Berlin spielte in allen Zeiten der Deutschen Geschichte eine herausragende Rolle.

1701 wurde hier Friedrich I. zum König gekrönt und Berlin in den Rang der preußischen Hauptstadt gehoben. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde 1918 in Berlin die Republik ausgerufen. Berlin war die Hauptstadt zu Zeiten des dunkelsten Kapitels der Menschheit, während der NS-Zeit. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war Berlin eine Stadt, die Teil von zwei souveränen Staaten war; geteilt in Ost- und West-Berlin war die Stadt sowohl Teil der Bundesrepublik Deutschland, als auch der Deutschen Demokratischen Republik. Die Geschichte der Luftbrücke (1948/49; West-Berlin befand sich ja damals mitten in der DDR) beeindruckte die Menschen rund um den Globus. Ja und seit 1999 ist Berlin auch wieder Hauptstadt der wiedervereinten Bundesrepublik Deutschland.

Und eben jene Stadt hat auch mich in ihren Bann gezogen. Ich finde es einfach imponierend, wie sich Moderne und Geschichte vermischen. Berlin steht für Fortschritt und es entstehen neue architektonische Meisterleistungen wie zum Beispiel das Sony-Center am Potsdamer Platz. Gleichzeitig aber werden geschichtsträchtige Gebäude und Plätze restauriert und aufrechterhalten. Berlin setzt sich mit der Vergangenheit auseinander; Berlin setzt sich mit unserer Vergangenheit auseinander; Berlin setzt sich mit der Deutschen Vergangenheit auseinander. Keine andere deutsche Stadt kann eine solche Geschichte erzählen wie Berlin. Und das faszinierende ist, dass die Stadt es auch tut: sie erzählt uns die Geschichte, die sie erlebt hat. Wer nur ein einziges Mal vor dem pompösen Reichstagsgebäude gestanden hat, wird es gefühlt haben, ein gewisses Gefühl von deutschem Patriotismus. Es ist ein gefährliches Wort, „deutscher Patriotismus“. Ich nehme es nur sehr ungern in den Mund. Und ja, auch ich habe Vorbehalte und in gewisser Weise auch eine Art Abneigung dagegen. Aber eigentlich ist doch nix daran auszusetzen. Ich meine schauen wir uns doch mal all die anderen Länder dieser Erde an, überall finden wir Patriotismus und Stolz auf das Vaterland. Ui, jetzt habe ich es sogar geschafft, drei dieser verpönten Wörter zu gebrauchen: „deutscher Patriotismus“, „Stolz“ und „Vaterland“. Natürlich ist es schrecklich, was in der Vergangenheit von deutschem Boden und vom deutschen Volk (ja, es waren leider nicht nur wenige, die sich die Schuld aufbürden müssen) ausging. Dafür sollten wir wahrlich in keinster Weise auch nur den Ansatz von Stolz empfinden. Aber wir können stolz darauf sein, was in den Nachkriegsjahren bis heute geschehen ist. Wir können auf die so genannten „Trümmerfrauen“ stolz sein, die bis zur Erschöpfung geschuftet haben und damit Deutschland einen Neuanfang ermöglichten. Wir können auf das anschließende Wirtschaftswunder und den heutigen Reichtum hier in Deutschland Stolz sein (wir jammern ja immer nur auf aller höchstem Niveau!). Wir können auf die geschaffte Wiedervereinigung Stolz sein. Wir können Stolz darauf sein, dass Deutschland den Krieg gegen den Irak abgelehnt und sich für Friedensmissionen eingesetzt hat. Auch auf die Vorreiterrolle, die Deutschland in Sachen Umweltschutz einnimmt können wir stolz sein. Von Deutschland geht mittlerweile Friede aus. Wir sollten uns auch diese Teile deutscher Geschichte anschauen. Und dann ist auch ein gewisser Patriotismus angebracht. Ein gesunder Patriotismus! Dass wir ein solches Nationalgefühl wie zum Beispiel die Franzosen oder die Briten aufbieten können verlangt ja keiner. Wir sollten auch immer die dunklen Kapitel der Deutschen Geschichte vor Augen haben und uns damit Auseinandersetzen. Und genau das sehe ich in Berlin: einerseits setzt sich die Stadt mit der Deutschen Geschichte und den schrecklichen Verbrechen der NS-Zeit auseinander; aber andererseits zeigt uns die Stadt auch, was wir seither erreicht haben.

Um noch mal zurück auf das Reichstagsgebäude zu kommen: Ich finde es ein ziemlich krasses Gefühl, davor zu stehen: einerseits denkt man an die Verbrechen der Nazis, aber andererseits befällt einen ein ähnliches Gefühl, wie es einen US-Amerikaner vor dem Weißen Haus oder dem Kapitol befällt. Ein gewisser Patriotismus. Und das sollte uns nicht unangenehm sein, solange wir auch die Schrecken nicht vergessen und alles daran setzen, dass diese nie wieder geschehen werden. Auch das neue Holocaust-Mahnmal zeigt, dass Deutschland die Vergangenheit nicht vertuschen, sondern daraus lernen möchte. Dass das Mahnmal im Herzen Berlins mitten im Regierungsviertel unweit von Brandenburger-Tor, Bundeskanzleramt und Reichstagsgebäude mit Bundestag entstand ist ein Zeichen. Ein Zeichen dafür, dass Politiker und Bevölkerung dafür kämpfen, dass solche Verbrechen nie wieder geschehen. Es soll mahnen und erinnern. Wir sollen daraus lernen.

Berlin ist multikulturell. Ja, Berlin ist eine Metropole. Berlin ist unsere Weltstadt; in einer Reihe zu nennen mit Städten wie Paris, London oder Rom. Von den knapp 3,4 Millionen Einwohnern kommen über 450.000 aus 185 verschiedenen Staaten außerhalb Deutschlands. Somit hat Berlin ein buntes Gesicht, ein farbenfrohes. Farben aus allen Ländern geben der Stadt eine Kultur, die international ist. „Globalisierung“? Berlin ist global. Berlin ist Kunst. Berlin ist Kultur.

Man brauch sich nur einmal den jährlich stattfindenden Karneval der Kulturen anzusehen um zu begreifen, was das heißt. Berlin kann in so vielerlei Hinsicht als Vorbild für ganz Deutschland dienen. Sowohl das Auseinandersetzen mit der Vergangenheit als auch das Miteinanderleben vieler unterschiedlicher Kulturen. Viele Regionen und Städte Deutschlands können sich da ein Stückchen von Berlin abschneiden. Und ganz besonders die deutsche Bevölkerung.

Und wer Berlin besucht und kennen gelernt hat, der wird mit einem ganz neuen Gefühl wieder nach Hause kommen: Mit vielen geschichtlichen Fakten und mit einem Gefühl von Stolz!



bluejax

Erfurt, den 18. Mai 2005

18.5.05 19:54
 


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