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Das göttliche Weibliche – ein Sakrileg für die Kirche


Diesmal möchte ich wieder mal ein Buch empfehlen. Ein Buch, das seit Monaten die Gemüter auf der ganzen Welt bewegt. In den USA verkaufte es sich schlappe 7 Millionen mal und stand über Monate hinweg auf Platz Eins der Bestseller-Listen. Auch Europa ist mittlerweile infiziert, das Buch eroberte im Sturm hiesige Verkaufscharts und wird allseits heiß diskutiert. Die Rede ist von Dan Browns Sakrileg (Dan Brown, Sakrileg, Gustav Lübbe Verlag, 19,90 Euro ISBN: 3785721528, 605 Seiten.)

Es ist selten, dass ein Buch erscheint, welches in der Öffentlichkeit solche Beachtung findet wie das Sakrileg. Selten werden Leser derart in Begeisterung und Empörung gespalten. Und nicht viele Werke werden von einem solchen Hype begleitet, wie es eben bei diesem Buch der Fall ist.

Die Geschichte an sich ist kurz zusammengefasst: Der Direktor des Louvre, Jacques Saunière, wird ermordet aufgefunden. Die Spuren am Tatort deuten auf eine Verbindung zum Symbologen Robert Langdon hin, der daraufhin zum Hauptverdächtigen der Polizei wird. Mit Hilfe der Enkelin des ermordeten, Sophie Neveau, schafft er es zu fliehen und beide entdecken, dass der Ermordete ihnen allerlei Hinweise auf ein großes Rätsel hinterlassen hatte, das sie nun zu lösen versuchen. Dabei wird sehr schnell klar, dass es um eine alte Legende geht, die sich um den heiligen Gral von Jesus rankt. Und um eine historische Verschwörung von der katholischen Kirche. Mit ihrem rasch wachsenden Wissen geraten die beiden Forscher in das Fadenkreuz der Polizei und in das einer dunklen Seite der Kirche.

Sakrileg ist wirklich ein spannender Roman, der nicht nur unterhält, sondern auch allerlei interessante Verschwörungstheorien veröffentlicht. Auf der Suche nach der Lösung des Rätsels von Saunière tauchen Langdon und Sophie tief in die Geschichte der Kirche und des Christentums ein. Dabei entdecken sie allerlei Betrügereien und Verschleierungen, die den Leser wie die Charaktere im Buch gleichermaßen erstaunen lassen.

So wird eine Legende erzählt, nach der Jesus nichts anderes als ein stinknormaler Mensch war (wer glaubt denn ernsthaft etwas anderes?) und die Kirche ihn erst in späteren Jahren zu einem göttlichen Geschöpf erhoben hat. Brown erzählt, dass unter Kaiser Konstantins Federführung anno 325 ein Konzil einberufen wurde, auf dem per Abstimmung bestimmt wurde, dass Jesus ab sofort als göttlich zu gelten habe und die Geschichte wurde dahingehend umgeschrieben. Weiter wird erzählt, dass Jesus mit Maria Magdalena verheiratet war (welche von der Kirche und in der Bibel als Hure beschimpft wird) und diese ein Kind von ihm erwartet habe.

Lustig finde ich, wie sich alle Menschen über diese Behauptungen aufregen. Befragt man Gläubige zum Thema, fangen diese wie wilde Stiere an zu stauben und werden „fuchsteufels“ (*lol*) –wild.

Ich meine was ist so abwegig und verwerflich an dieser ganzen Sache? Selbst wenn alles nur eine Erfindung einiger weniger Verschwörungstheoretiker ist, ernsthaft, wer hält das alles für zu abwegig? Es soll abwegiger und unrealistischer sein, dass Jesus ein ganz normaler Mensch war als dass er Gottes Sohn war? Mhhh, gut, jeder muss selber für sich wissen, an was er glaubt. Ich für meinen Teil halte diese Geschichte für plausibel: Jesus war ein Mensch der, ähnlich wie heutige Sektenführer, eine Menschenmenge um sich scharte und damit zu einem Führer einer Glaubensbewegung wurde. Später werden von seinen Gläubigen Geschichten dahingehend interpretiert und erfunden, dass sie ihren Anführer als wundersame Ausnahmeerscheinung hinstellen und einen Mythos erschaffen.

Ich bin der Ansicht, dass viele Menschen etwas brauchen an das sie glauben können. Etwas, was ihnen Kraft und Erklärungen bietet. Es gibt so viele Dinge, die ein menschliches Gehirn nicht erfassen, verstehen und erklären kann. Nehmen wir doch nur mal die Geschichte vom Universum. Da wird in der Wissenschaft behauptet, dass am Anfang der Zeit der Urknall stand, das Universum unendlich groß ist und sich laufend ausbreitet. Was versteckt hinter dem sich ausbreitenden Universum? Nichts! Was ist „Nichts“? Es sind solche Fragen und Dinge, die wir uns nicht vorstellen können. Dafür ist ein menschliches Gehirn einfach nicht fähig. Und es gibt noch so viele andere Fragen und Erscheinungen, bei denen es uns allen ähnlich geht. Und wie verloren kommt man sich vor, wenn man feststellen muss, dass man es einfach nicht begreifen kann. Ist es da nicht wesentlich einfacher, an eine höhere Macht zu glauben, die alles lenkt? Also zu sagen „Gott hat die Welt erschaffen“, er lenkt alles und alles passiert weil er es so möchte. Punkt. Damit ist eine einfache Erklärung für alles gefunden. Keine offenen Fragen mehr. Ja, die Menschen brauchen etwas, an das sie glauben können und was ihnen Halt gibt. Ähnlich ist es mit dem Tod: es fällt schwer zu akzeptieren und zu begreifen, dass man nach dem Sterben tot ist, das alles vorbei ist. Da ist es doch um einiges angenehmer an ein Leben nach dem Tod zu glauben, an ein Paradies, das einen erwartet. An den Himmel.

Sicher, der Glaube macht das Leben sicherlich in vielerlei Hinsicht einfacher. Aber kann man sagen, dass er das einzig Wahre ist? Natürlich, so wie ich behaupte, dass der Glaube an Gott und die Geschichte um Jesus nur Fiktion ist, so werden die jeweiligen Angehörigen der verschiedenen Glaubensrichtungen selbiges von meinem „Nicht-Glauben“ behaupten. Es wird sich nur schwerlich eine gemeinsame Basis finden lassen, die alle gleichermaßen befriedigt. Jeder hat seinen Glauben, der für ihn als „richtig“ und „wahr“ erscheint. Aber man muss akzeptieren, dass andere anders denken. Einen anderen Glauben haben. Und solange nicht das Gegenteil bewiesen ist, kann man keiner Glaubensrichtung die „Wahrhaftigkeit“ nicht absprechen. So kann man auch nicht behaupten, die Vorstellung das Universum liege auf dem Rücken einer riesengroßen Schildkröte, die wiederum auf einer anderen Schildkröte liege (richtig aus „Eine kurze Geschichte der Zeit“, von Stephen Hawking), sei „falsch“. Man kann für sich selber verschiedene Glaubensrichtungen als „wahr“ oder „falsch“ klassifizieren, aber man muss anderen den ihrigen lassen.

Deswegen ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Browns „Sakrileg“ solche Wellen schlägt. Natürlich sehen sich die Anhänger des christlichen Glaubens in ihren Grundfesten erschüttert. Für sie stimmt die bisherige Geschichte, wie sie in der Bibel wiedergegeben ist, wie sie die Kirche propagiert. Natürlich wollen sie richtig stellen, dass Dan Brown allerlei Hirngespinste erzählt, alles also erstunken und erlogen sei. Natürlich, wer kann es ihnen verdenken, sie müssen ihren Glauben schützen und verteidigen.

Dass da ganz besonders die Kirche und ihre Offiziellen am lautesten schreien und empört sind ist nicht weiter verwunderlich. Sie haben Angst. Schließlich müssen sie fürchten, dass viele ihrer Schäfchen ins Grübeln kommen und ihren bisherigen Glauben mit den Geschichten und Interpretationen der Kirche in Frage stellen könnten. Dass sie flügge und selbstständig werden. Dass beginnen für sich selber nach der Wahrheit zu suchen. Dass sie erwachsen werden.

Dem „Sakrileg“ zufolge gibt es seit Jahrhunderten eine Gruppe von Hütern des wahren Geheimnissen, die Prieurè des Sion. In ihren Reihen sollen sich große Persönlichkeiten der Geschichte wie Sandro Botticelli, Isaac Newton, Victor Hugo, Claude Debussy bis hin zu Jean Cocteau, befunden haben. Allesamt Kulturriesen der Vergangenheit. Sie alle sollen als Großmeister fungiert haben und das Geheimnis um Jesus und Maria Magdalena von Generation zu Generation weitergegeben haben. Angeblich warte die Bruderschaft nur auf den richtigen Zeitpunkt, um der Welt die ganze Wahrheit zu berichten.

Eine große Rolle im „Sakrileg“ spielt einer, der angeblich ebenso als Großmeister jener Prieurè des Sion agierte und als größtes künstlerisches Genie aller Zeiten gilt: Leonardo Da Vinci! In seinen Bildern sollen sich allerhand Hinweise befinden, die auf die Geschichte um die Verschwörung um Jesus und Maria Magdalena hinweisen sollen. So sollte man sich einmal ganz genau sein Werk „Das letzte Abendmahl“ anschauen. Man wird erstaunt feststellen, dass die Person rechts neben Jesus sehr wohl einer jungen Frau gleicht. Aus der Position zwischen beiden kann man auch leicht ein „V“ herauslesen, ein Zeichen für das göttliche Weibliche; stellvertretend für den Schoss Maria Magdalenas, in dem das Blut Jesu fließen sollte. Der heilige Gral.

Es ist wirklich faszinierend im Buch über Gemälde mit geheimen Botschaften zu lesen. Das faszinierendste ist jedoch, sich danach die Gemälde auch einmal anzuschauen, denn die angesprochenen Details machen einen wirklich baff. Man erkennt sie wirklich selber in den Bildern! Steckt vielleicht doch etwas dahinter? Wollte uns da Vinci wirklich jene Botschaft übermitteln, wie behauptet?

Na ja, es ist zumindest eine Interpretation. Genauso wie andere Gelehrte die Bilder interpretieren, so schreibt Dan Brown seine Sichtweise. Ob wahr, ob falsch lässt sich dabei nur sehr schwer sagen. Jeder sieht etwas anderes. Aber die Thesen von Brown sind sehr interessant. Plausibel erst recht.

Offenkundig hat Dan Brown bei seinen Recherchen zum „Sakrileg“ bei Büchern von dubiosen und umstrittenen Autoren abgekupfert. So erwähnt er auf Seite 347 eine seiner wichtigsten Quellen: „Der Heilige Gral und seine Erben" von Michael Baigent und Richard Leigh aus den 1980er Jahren, das sich in Deutschland über eine halbe Millionen mal verkaufte. Diese ist bei allen Forschern und Gelehrten höchst umstritten, gelten als Scharlatan und Selbstdarsteller. Und von diesen Männern stammen letztlich die Ideen, die Dan Brown in seinem Roman wiedergibt.

Allerdings sollte man sich auch vor Augen halten, dass Dan Brown mit „Sakrileg“ keine wissenschaftliche Arbeit, sondern einen Roman geschrieben hat. Deswegen ist es auch falsch alle Behauptungen auf die goldene Waage zu legen. Etwas Fiktion steckt nun mal in jeder Erzählung. Auch wenn Brown behauptet, er sei überzeugt davon, dass alles in seinem Buch wahr ist. Natürlich, was sollte er auch anderes sagen? Er will seine Bücher verkaufen. Wenn er seine Geschichte als Wahrheit hinstellen kann, umso besser. Diskutiert zu werden ist verkaufsfördernd. Was natürlich auch nicht heißen soll, dass alle Theorien im „Sakrileg“ auch fiktiv sind. Wer kann denn zu einhundert Prozent widerlegen, was hier behauptet wird? Ein Fünkchen Wahrheit könnte sicherlich drinstecken. Aber wer weiß das schon? Man sollte auch immer im Hinterkopf haben, dass es um Unterhaltung geht. Und unterhalten kann dieses Buch ganz besonders gut.

Auf jeden Fall lohnt es sich dieses Buch zu kaufen und zu lesen. Auch wenn die Erzählweise nichts Besonderes ist, so ist das Buch mit seinen vielen Verschwörungstheorien und der überaus spannenden Geschichte faszinierend. Es zieht einen in seinen Bann und kann spannend eine realistische Geschichte erzählen. Anders als viele andere Kriminalromane ist das „Sakrileg“ schlau geschrieben, so dass man sich gut in die Lage der Charaktere versetzen kann und ebenso wie diese von neuen Ereignissen überrascht wird. Man lernt viele interessante Dinge. Das Beste aber ist, dass es von einer Legende erzählt, die durchaus wahr sein könnte. Und somit wird man nach dem Durchlesen nicht drum rum kommen, auf eigene Faust weiter zu recherchieren und auch andere Bücher oder Texte zum Thema heiliger Gral durchstöbern. Und wer weiß, vielleicht kann irgendein inspirierter Leser, angestiftet vom „Sakrileg“, das große Geheimnis lüften. Ich bin gespannt!



bluejax

Erfurt, den 08. Juni 2005



Hier könnt ihr einen Blick auf „Das letzte Abendmahl“ von Leonardo Da Vinci werfen:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/08/Leonardo_da_Vinci_%281452-1519%29_-_The_Last_Supper_%281495-1498%29.jpg



8.6.05 18:15
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


remus (14.8.05 00:05)
Eine gute Website, die ich gern besucht habe.
das buch von D. Brown ist vieleicht nur eine fiktion aber sie zeigt, wie die Realität auch, das Machtstreben der Kirche.
Im streben um die Macht geht auch eine Kirche, egal welche, den weg des warscheinlichsten Erfolges.
Sie geht auch über Leichen, wie schon seit 2000
Jahren bekannt, wie das pillenverbot und die Ablehnung der Abtreibung eindeutig zeigen.

Schon allein dieser grund ist ein wichtiger Ansatzpunkt dieses Buch Meiner Meinung nach richtig zu lesen.

Denn die Doppelzüngigkeit der Kirche ist keine Fiction, wie es dieses Buch vieleicht ist.

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