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SoKo braune Gewalt – Kopfgeld, Opfer und eine Gegendemo


Gestern hatte ich im Rahmen einer Studienberatung ein Mentoring-Treffen mit meinem Professor Dr. M. L.. Neben studienbezogenen Themen bin ich dann auch auf meine Erfahrungen mit rechter Gewalt in Ilmenau gekommen (siehe Eintrag vom 30. Mai 2005). Ich habe ihm erzählt, was meinen Kommilitonen und mir zugestoßen ist und dass wir sehr über die Arbeit der hiesigen Polizei enttäuscht seien. Wie sich rausstellte waren wir nicht die einzigen Opfer dieser rechten Dummköpfe.

Anscheinende treibt zur Zeit eine Gruppe von Neonazis ihr Unwesen in Ilmenau und Umgebung, der auch andere zum Opfer fielen. Dabei ging es nicht immer so glimpflich aus, wie bei dem Zwischenfall, bei dem ich dabei war.

Vor zwei Wochen hat die Polizei Ilmenau nun endlich eine Sonderkommission eingerichtet, welche diese rechten Schweine Schnappen soll.

Auslöser war scheinbar ein weiterer Anschlag: Vor etwa 2 Wochen wurden mitten in der Stadt Ilmenau ein chinesischer Doktorant und 4 weitere Personen verprügelt und übel her gerichtet. Mit Flaschen, Käulen, Fäusten und Fußtritten wurden die Opfer krankenhausreif geschlagen. Danach war scheinbar das Maß voll, die Polizei nahm endlich ihre Arbeit auf und wurde aktiv. Es scheint sich wirklich etwas zu tun. Schade nur, dass es zu diesem Schritt erst des Opfers von Universitätsmitarbeitern bedürfte. Denn wie berichtet gab es schon vorher Zwischenfälle und Anschläge. Wenn man bedenkt, dass allein meine Kommilitonen und ich in zwei Vorfälle verwickelt waren, darf man berechtigt spekulieren, dass es noch mehr dieser Art gegeben haben muss. Aber immerhin, es tut sich etwas.

Auch die Leitung der Technischen Universität hat gemerkt, dass das rechte Treiben und Studenten als Opfer, dem Ruf der TU nur schaden können. Man „rennt offene Türen ein“ wurde mir versichert. Wie ich erfahren habe, haben das Rektorat der TUI und das Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft (IfMK) sogar eine Belohnung von 2.500€ für Hinweise, die zur Ergreifung der Neonazis führen, ausgesetzt. Das stimmt doch schon mal ganz positiv. Und ich hoffe mal für alle Ilmenauer, dass die Täter auch schnell gefasst werden. Zum einen, damit die Bevölkerung vor deren Übergriffen und ihren Parolen geschützt werden und zum anderen kommen diese Jungs dadurch vielleicht auch endlich zur („richtigen“) Besinnung und denken über ihre Taten und über ihre Einstellung nach. Wegschließen alleine reicht nicht. Man darf der rechten Szene keine Märtyrer und Helden liefern. Aufklärung und Diskussionen können da vielleicht viel mehr erreichen. Es sollten ohnehin viel mehr Mittel zur Vorbeugung von rechter Gewalt und rechter Gesinnung bereitgestellt werden. Aufklärungsveranstaltungen in Schule und Freizeit könnten Jugendliche vor dem abdriften in die rechte Szene bewahren.

Ausserdem hoffe ich, dass die Rechtsradikalen, nach denen gerade gefahndet wird, nach ihrer Ergreifung über eine sehr lange Zeit einen sozialen Dienst ableisten müssen. Altersheim, Behindertenheim, die Glatzen sollen endlich den Respekt vor allen Menschen kennen lernen. Sie sollen begreifen, dass es weder Unterschiede zwischen Menschen verschiedener Herkunft noch zwischen gesund und krank oder zwischen Alt und Jung geben darf. Alle Menschen sind gleich und alle Menschen haben das gleiche Recht auf ein friedliches und respektiertes Leben. Ohne Angst vor Gewalt und ohne Hass. Ob diese rechten Köppe dies aber begreifen werden kann man nicht garantieren. Aber immerhin: die Hoffnung stirbt als letztes!



Übrigens ist scheinbar immer noch keine Entscheidung gefallen, ob die NPD am kommenden Samstag ihren Marsch durch Erfurt machen darf.

Ursprünglich wollten die Rechten in einem großen Bogen von Anger über Fischmarkt und Domplatz bis zum Hauptbahnhof marschieren und offiziell gegen die Agenda 2010 protestieren. Nachdem diese Ankündigung für großen Wirbel hier in Erfurt gesorgt hatte, wurde die Veranstaltung von Oberbürgermeister Manfred Ruge verboten. Klar, dass die NPD daraufhin vor Gericht zog. Wie thueringerallgemeine.de heute berichtete ist bei dem gestrigen Verhandlungstag aber noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Spekuliert wird, ob den Rechten ein andere Veranstaltungs-Ort angeboten wird, eventuell der Platz vor der Thüringenhalle. Wobei abschieben in meinen Augen nichts bringt. Denn solange diese verdammten Neonazis trotzdem ihre rechten Parolen in die Welt posaunen, spielt es keine Rolle, ob sie es in der Innenstadt oder am Stadtrand machen. Natürlich könnte man sagen, dass sie außerhalb der Stadtmitte weniger Menschen belästigen und auch weniger Leute erreichen. Aber besteht nicht auch die Gefahr, dass auch weniger Gegendemonstranten erscheinen, die beweisen, dass es eine überwältigende Mehrheit von intelligenten und „normalen“ Menschen hier in Erfurt gibt?! Ein Demonstrationsverlauf wie im April setzt auch ein klares Zeichen: Damals waren fast zehnmal so viele Gegendemonstranten wie Rechte auf dem Anger. Die NPD-Anhänger wurden übertönt und nach relativ kurzer Zeit aus der Stadt vertrieben (siehe Eintrag vom 18. April 2005).

Gut finde ich, dass DGB, Thüringer Allgemeine, Gewerkschaften und Kirchen, egal wie das endgültige Urteil ausfallen sollte, dennoch alle Veranstaltungen gegen Rechts stattfinden werden. In der Innenstadt sollen Trillerpfeifen verteilt werden, die Kirchtürme werden mit Transparenten geschmückt und die Menschen werden aufgerufen Farbe zu bekennen.

Also, lasst es uns den Nazis zeigen. Wir sind gegen ausländerfeindliche Parolen, gegen rechte Gewalt, gegen hohle rechte Parolen; wir sind gegen die Nazis. Lasst uns ein Zeichen setzen. Am kommenden Samstag, den 25. Juni 2005 in Erfurt. Und auch sonst immer und überall!!!



bluejax

Erfurt, den 22. Juni 2005





Alles Aktuelle zur Gegendemo in Erfurt:

http://www.buntevielfalt.de/modules/news/



Artikel in der TLZ („Den braunen Unrat mit vielen Besen auskehren“):

http://www.tlz.de/tlz/tlz.erfurt.volltext.php?kennung=on1tlzLOKStaErfurt38522&zulieferer=tlz&kategorie=LOK&rubrik=Stadt®ion=Erfurt&auftritt=TLZ&dbserver=1



Artikel in der Thüringer Allgemeinen („2 Stunden, 50 Minuten“):

http://www.thueringer-allgemeine.de/ta/ta.erfurt.volltext.php?kennung=on2taLOKStaErfurt38522&zulieferer=ta&kategorie=LOK&rubrik=Stadt®ion=Erfurt&auftritt=TA&dbserver=1



Artikel im Freien Wort („„Kopfgeld“ für Ergreifung brutaler Schläger“):

http://www.freies-wort.de/nachrichten/regional/ilmkreis/resyart.phtm?id=813904



Aufruf zum antifaschistischen Protest in Erfurt:

http://www.rf-news.de/rfnews/aktuell/Politik/article_html/News_Item.2005-06-17.5620



22.6.05 20:37
 


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