bluejax
  Startseite
  Archiv
  Impressum
  Bisherige Einträge - Übersicht
 
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren
 


 
Freunde
   
    purzell

    - mehr Freunde




kostenloser Counter



https://myblog.de/bluejax

Gratis bloggen bei
myblog.de





Links
  
  
  
  
  
  
  
  
  
  iserman.kepler.covenant
  nachgedacht
  gefalleneengel
  extrablog
  meine-tagtraeume
  staymellow
  meadow-stomper
  linksalarm
  
  AG Fernsehforschung
  ARD Media Perspektiven
  IfMK TU Ilmenau
  IPTV Blog
  KEK-online.de
  Medienrauschen.de
  Quotenmeter.de
  TVblogger.de
  Was mit Medien
  
 
Schachvergiftung – die Leidenschaft des Doktor Be


Gerade eben, vor zwei, drei Minuten habe ich ein Buch aus den Händen gelegt, dass mich zuvor zwei endlos lange Stunden gefesselt hatte. Ein Buch, dass nicht mehr als 110 Seite umfasste und doch mehr zu erzählen hatte, als auf diese Blätter passte.
Letzte Woche habe ich mal wieder bei Amazon gestöbert, auf der Suche nach neuen Büchern, die ich mir jetzt im Sommer draußen auf der Terrasse durchlesen könnte. Ich hatte noch drei Buchgutscheine für die hiesige Buchladenkette Osiander, die ich bisher noch nicht eingelöst hatte. Irgendwie bin ich dann zufällig auf ein Buch gestoßen, dessen Inhalt mich irgendwie interessierte, obwohl es nix besonderes zu sein schien. Dennoch bestellte ich es mir gleich am Freitagabend und konnte es heute Vormittag in der Filiale abholen. Und dann konnte ich die vergangenen beiden Stunden eintauchen, in die Welt der „Schachnovelle“ von Stefan Zweig (ISBN 3-596-21522-6).

Auf der Überfahrt von New York nach Buenos Aires erfährt der Ich-Erzähler dieser Geschichte, dass sich Prominenz an Bord dieses Passagierschiffes befindet: der steife und unsympathische Schachweltmeister Mirko Czentovic. Angetrieben vom Ergeiz diesen geheimnisvollen Menschen kennen zu lernen organisiert er ein Schachspiel mit anderen Passagieren. Dabei lernt er den ehrgeizigen Millionär McConnor kennen, welcher daraufhin den Meister zu einer Partie herausfordert, bei der Czentovic gegen die restlichen Passagiere antritt. Nachdem die Amateure die erste Partie erwartungsgemäß verloren, hilft ihnen plötzlich ein Unbekannter in der darauf folgenden Revanche und führt sie zu einem Remis. Von diesem verwunderndem Ergebnis beflügelt, möchten die Passagiere eine weitere Partie am kommenden Tag austragen. Um den unbekannten Helfer, Dr. B, dazu zu überreden wird der Ich-Erzähler beauftragt ihn für diese weitere Partie zu gewinnen. Daraufhin sucht der Erzähler Dr. B. auf und kommt mit ihm in ein Gespräch, bei dem dieser ihm von seinen letzten Monaten erzählt. Dr. B befand sich in monatelanger Gefangenschaft der Gestapo, bei der er mit Foltermethoden ein ums andere Mal verhört wurde und die Zeit in stiller Einsamkeit verbrachte. Um aus dieser Schrecklichen Enge zu entkommen entdeckt er das Schachspiel, was ihn letztlich fast in den Wahnsinn, aber auch wieder in die Freiheit trieb. Dr. B. willigt dem Wunsch nach einer weiteren Partie gegen den Schachweltmeister ein. Es folgt ein Spiel gegen die erlittenen und unverheilten Wunden des Wahnsinns.

Die „Schachnovelle“ ist ein wirklich fesselndes Buch, das den Leser innerhalb kürzester Zeit in seinen Bann zieht. Stefan Zweig schafft es, auf diesen gut einhundert Seiten eine Geschichte zu erzählen, die andere in einem Roman doppeltem Ausmaßes packen würden. Dabei benutzt er eine Erzählweise, die unglaublich fesselt und die Geschichte im geistigen Auge des Lesers abspielen lässt.
Ich hatte während der Lektüre immer wieder einen richtigen Film vor Augen, der sich in meinem Kopf abspielte. Ich kann mir richtig gut vorstellen, wie man diese Geschichte auf die Leinwand bringen könnte. Dabei erinnerte mich die Geschichte immer wider an Szenen von Filmen wie „Old Boy“, „A Beautiful Mind“ und „Pi“.
Also, dieses Buch lohnt sich wirklich. Zumal es keine große Zeit in Anspruch nimmt und dennoch in eine andere Welt entführt. Statt zwei Stunden lang einen Film anzuschauen, lohnt es sich auch zwei Stunden lang in diesem Buch zu blättern.
Das schöne ist auch, dass Stefan Zweig in einem Lust die Lust auf Schach erweckt. Ich habe seit bestimmt zehn Jahren kein Schach mehr gespielt. Aber ich weiß ganz genau, dass ich es, angespornt von dieser Novelle, in den nächsten Tagen mal wieder wagen werde. Zu groß ist die momentane Lust darauf. Doch Vorsicht, aus einer Leidenschaft kann sehr schnell eine Vergiftung resultieren!

bluejax
Rottenburg, den 29. August 2005

Nachtrag angefügt:
Wenn ihr Lust auf diese oder eine andere Novelle von Stefan Zweig habt, hab ich einen Tipp: Kauft nicht ein einzelnes Buch mit nur einer Geschichte, wie ich es getan habe. Es gibt unter dem Titel "Meisternovellen" eine Sammlung von insgesamt acht Novellen. Das lohnt sich besonders in preislicher Hinsicht: die „Schachnovelle“ alleine (ISBN: 3596215226) kostet 5,90€); „Meisternovellen“ kostet 9,90€. Und glaubt mir: wenn ihr eine Novelle von Stefan Zweig gelesen habt, wollt ihr noch mehr von ihm lesen!
29.8.05 17:19
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


Die Datenschuterklärung und die AGB habe ich gelesen, verstanden und akzeptiere sie. (Pflicht Angabe)

 Smileys einfügen
s



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung