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Part 1 // Serie zu Öffentlicher Meinung und Springer – Die Öffentliche Meinung


Gemeinhin wird unter öffentlicher Meinung die Meinung einer Gesellschaft verstanden. Diese zeigt sich zum Beispiel in Bevölkerungsumfragen. „Öffentliche Meinung in diesem Sinne definiert ist ein messbares, zeitpunktsbezogenes Phänomen.“ (Zoll 2003: 92)
Hierbei nimmt man einfach die sich abzeichnende Mehrheit als öffentliche Meinung wahr. Es gibt in der Literatur unzählige Definitionen von öffentlicher Meinung.
Noelle-Neumann, die Grand-Lady der Meinungsforschung, definiert öffentliche Meinung als ein ständig in der Öffentlichkeit ablaufender Prozess, der sich auf die „soziale Natur“ des Menschen stützt und die Bildung und Aufrechterhaltung von Konsensus in werthaltigen Bereichen sichert. (vgl. Noelle-Neumann 1979). Weiter schreibt sie, dass die öffentliche Meinung die Meinung ist, die man äußern kann, ohne sich selber damit zu isolieren.
„Es muss sich dabei nicht um einstimmig oder doch mehrheitlich geteilte Meinungen handeln, auch gespaltene öffentliche Meinung ist noch öffentliche Meinung.“ (Luhmann 2000: 286) Hier werden dann in der weiteren Kommunikation die betreffenden Meinungsdifferenzen eine besondere Rolle spielen.
Luhmann weist darauf hin, dass öffentliche Meinung Aufmerksamkeit zwar weckt und lenkt, allerdings nicht kontrolliert, was eine Person mit dem Erfahrenen anfängt und wie es diese Informationen behandelt. Das heißt selbst eine einheitliche Meinung hätte für die unterschiedlichen Beobachter jeweils eine eigene, vielleicht anders lautende, Bedeutung und führt somit auch zu unterschiedlichen Konsequenzen. (vg. Luhmann 2000: 286 ff.)
Luhmann sieht in der öffentlichen Meinung zugleich „ein Medium der Meinungsbildung“. Das was als öffentliche Meinung beobachtet und beschrieben wird, wird als öffentliche Meinung bezeichnet und hat ab diesem Moment einen gewissen Einfluss auf die Meinungsbildung des Individuums. „Man kann sie als einen Spiegel ansehen, in dem die Kommunikation sich selber spiegelt.“ (Luhmann 2000: 286 ff.) Nicht das Wissen über ein Ereignis ist primär, sondern die Beurteilung dieses Wissens. „Öffentliche Meinung ist demnach (…) ein fotografisch festgehaltener Zustand eines Systems-in-Bewegung“ (Luhmann 2000: 287). Aus der öffentlichen Kommunikation ergibt sich die öffentliche Meinung und gleichzeitig dient diese wiederum für die Weiterverwendung in der öffentlichen Kommunikation. Somit ist die Öffentliche Meinung ein andauernder Prozess. Dem pflichtet auch Noelle-Neumann bei: „Wenn öffentliche Meinung aus einer Interaktion zwischen Individuen und Umwelt entsteht, muss es sich in der Tat um einen Prozess handeln.“ (Noelle-Neumann 1979: 171) In diesem Prozess agiert das Bewusstsein über die bestehende öffentliche Meinung als „ein Öffentliches Gedächtnis“ (Luhmann 2000: 300) für die Gesellschaft, das das Individuum nicht bestimmt verpflichtet. So können zwar Normen und Werte vorgegeben werden, aber wie man diese einstuft und inwiefern man sie verwendet, darüber kann ein jeder frei verfügen.
Elisabeth Noelle-Neumann bezeichnet die öffentlichen Meinung auch als die „soziale Haut der Gesellschaft“: „öffentliche Meinung schützt sie“ (die Gesellschaft) „wie eine Haut und hält sie zusammen.“ (vgl. Noelle-Neumann 1980: 260)
Doch ähnlich wie die menschliche Haut Gefahren wie der UV-Strahlung durch die Sonne ausgesetzt ist, so gibt es auch bei der öffentlichen Meinung Gefahren, welche Krankheiten verursachen können. Eine davon ist bekannt unter dem einprägsamen Namen „Schweigespirale“.

bluejax
Rottenburg, den 10. September 2005

Literaturverzeichnis:

Luhmann, Niklas (2000): Die Politik der Gesellschaft. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Noelle-Neumann, Elisabeth (1979): Öffentlichkeit als Bedrohung - Beiträge zur empirischen Kommunikationsforschung. Freiburg / München: Verlag Karl Alber.

Noelle-Neumann, Elisabeth (1980): Die Schweigespirale. Öffentliche Meinung – unsere soziale Haut. München: R. Riper & Co. Verlag.

Zoll, Ingrid (2003): Öffentliche Meinung und politisches Handeln - Eine ordnungsökonomische Analyse der öffentlichen Wahrnehmung von Wettbewerb und Globalisierung. Bern: Verlag Paul Haupt.
10.9.05 01:19
 


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