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Die Springerisierung der deutschen Medienlandschaft – hoffnungslos verloren?


In der Vergangenheit habe ich mich hier schon des öfteren über die einseitige und unfaire Berichterstattung in Deutschland beschwert. Ich habe das Gefühl, dass ein Großteil der deutschen Medien nicht mehr objektiv über Themen wie die deutsche Politik berichten, sondern eine starke Tendenz zu erkennen ist, CDU und FDP in den Himmel zu loben und auf Rot-Grün einzudreschen.
Ich habe in einem Eintrag einen Artikel von Claus Christian Malzahn vorgestellt, in dem der Leiter des Politik-Ressorts bei Spiegel-Online mehr als unfair über SPD und Grüne herzieht.
Im Anschluss daran fand ich einen Artikel in der Frankfurter Rundschau, in dem dieses Thema ebenfalls aufgegriffen wurde. Auch hierzu habe ich einen Eintrag geschrieben, in dem ich den FR-Artikel genauer unter die Lupe nahm und meinen Kommentar dazu gab.
In den vergangenen Tagen nun habe ich mich im Forum der Grünen [1] rumgetrieben. Ich wollte mir einen Überblick darüber verschaffen, wie die Stimmung dort nach der Bundestagswahl ist, jetzt wo alles von der so genannten Jamaika-Koalition spricht. Und weil ich das Thema mit der einseitigen Berichterstattung weiterhin sehr interessant finde, habe ich dazu einen Beitrag eröffnet, in dem mittlerweile eifrig darüber diskutiert wird. Dabei sind weitere Beispiele, die meine Meinung stützen, aufgetaucht.
Im Folgenden möchte ich ein paar Aussagen aus diesem Forum zum Thema „Medien gegen Rot-Grün?!“ wiedergeben und damit untermauern, dass wirklich etwas dran ist, wenn Gerhard Schröder in der fast schon historischen „Elefantenrunde“ die Medienmacht und Medienmanipulation in Deutschland anprangert:
Was mir in den vergangenen Tagen aufgefallen ist, dass auf einmal überall von der so genannten Jamaika-Koalition reden. Egal welche Zeitung man liest, egal welchen Fernsehsender man anschaltet (bei Freunden natürlich, ich selber hab ja keinen Fernseher!), egal welche Presse-Homepage man besucht. Überall hört man, dass die Schwampel ja so beliebt ist, dass die Mehrheit der Deutschen wollen, dass Grüne sich zu Schwarz-Gelb gesellen. Es wird soviel über diese eine Koalitionsmöglichkeit gesprochen, dass das Publikum den Eindruck haben muss, dass es nur eine wirklich sinnvolle Möglichkeit gibt. Und auch dies ist eine Form von Manipulation. Wird so doch die Stimmung in Deutschland versucht in diese Richtung zu kippen: Den Menschen wird Lust auf Jamaika gemacht und die Grünen werden unter Druck gesetzt, weil ja „die Mehrheit der Deutschen“ diese Variante am liebsten mögen. Ja liebe Journalisten, wenn man schon nicht Schwarz-Gelb auf direkten Wege an die Macht bringen konnte, dann wenigstens jetzt durch die Hintertür.
„zora“ ist diese einseitige Berichterstattung auch aufgefallen:
“Viel mehr stoßen mir Fernsehbeiträge nach der Wahl auf, vor allem in der ARD, wo ich das auch nicht erwartet hatte, dass man Schröder ganz ernst Realitätsverlust und Wahnvorstellungen vorwirft, dass man die doch wirklich abstruse Vorstellung von einer Schwarz-Gelb-Grünen Koalition mit schönen Namen wie Jamaika belegt und sie so lange anpreist, bis die Zuschauer denken, es gäbe gar keine Alternative zu „Jamaika“ und dass am Tag nach der Wahl auch nur Interviews mit Mitgliedern dieser drei Parteien gezeigt werden. Die SPD wurde am Tag nach der Wahl so gut wie völlig ignoriert, in der ARD und auf Phoenix.“
Auch Moni ist dieses Phänomen bei der ARD aufgefallen:
“Ich staune aber auch über die Berichterstattung der öffentlich- rechtlichen, wünsch mir mehr journalistische Unabhängigkeit.“
Und bei der ARD scheint diese Einseitigkeit ein neuer Trend zu sein, so ist SchnickSchnack noch ein anderer öffentlich-rechtlicher Sender aufgefallen, dem Objektivität ein Fremdwort zu sein scheint.
“Die Medien sind nicht gegen Rot-Grün, sondern für Schwarz-Gelb; nun suchen sie die Rettung in der Schwampel (ein hässliches Wort, das ihre Befürworter vermeiden, ihre Kreation ist Jamaika).
Und hier prangere ich die Rolle der öffentlich-rechtlichen besonders an. Ich habe noch nie erlebt, dass sich Phönix mitten aus einer Pressekonferenz ausgeblendet hat, wie am Montag bei der von Die Linke. Mitten im Satz wurde die Pressekonferenz ausgeblendet, für ein Zwiegespräch zwischen zwei Journalisten (ich mag sie gar nicht mehr so nennen, Medienhuren ist wohl der richtige Ausdruck). Ich denke, die würden uns genauso in einen Krieg lügen, wie das in Amerika geschehen ist. Und dafür werden noch Zwangsgebühren verlangt. „
Ja, da ist was dran, wie ich ja oben schon geschrieben habe. Allerdings muss man sagen, dass es zumindest im Vorfeld nicht nur die Medienvertreter alleine waren, die einseitig auftraten. Denn wer hatte uns denn immer wieder versucht einzureden, dass die große Mehrheit der Deutschen einen Machtwechsel und damit das Ende von Rot-Grün will? Genau, es war die seit jeher so mit Geld voll gepumpte Branche der Meinungsforscher. Ich frage mich wirklich, wie man ein paar Tage vor der Wahl Umfragen machen kann, die dann mehr als 5 Prozent vom Wahlergebnis entfernt liegen. Was haben wir im Seminar „Einführung in die empirische Kommunikationsforschung“ immer gelernt? Validität und Reliabilität sind das A und O der Meinungsforschung! Also bei einer Datenerhebung muss sichergestellt sein, dass das gemessen wird, was gemessen werden soll; und es sollte bei wiederholter Messung dasselbe Ergebnis geliefert werden. Also irgendwas scheint da mal so richtig schief gelaufen zu sein!
Ähnlich sieht es auch „tomk“:
„Wesentlich ist meines Erachtens doch das Versagen von Medien und Marktforschung. Seit dem 22. Mai erzählen uns Zeitungen und Sender, dass die Zeit von Schröder als Kanzler abgelaufen ist. Dies war ganz offensichtlich eine falsche Einschätzung und eigentlich müssten Meinungsforschung und Medien unisono in Sack und Asche rum rennen bis der nächste Kanzler gewählt ist.“
Von dieser „Springerisierung der deutschen Medienlandschaft“, also dem Meinungsumschwung der deutschen Presse zugunsten der konservativen, sind nicht nur die Springer-Blätter und andere traditionell konservative Blätter wie der Focus oder die FAZ betroffen. Wie ich ja schon mehrfach kritisierte hat auch der Spiegel mit seinen Traditionen gebrochen und ist weiter in Richtung Springer gerückt. Aber auch Nachrichtenmagazine wie der Stern müssen sich Kritik diesbezüglich gefallen lassen.
Peter1957 meint dazu:
„Die Medien hatten aber alle ganz andere Zustände beschrieben. Die waren ja alle ganz fanatisch gegen Rot/Grün eingestellt. Der Bürger will den Wechsel in der Gesellschaft und im System aber wohl nicht. Als gutes Beispiel der Jörges vom Stern, einst ein eher Linkes Blatt.
Wenn der in Talkshows auftrat und gegen die noch bestehende Regierung loszog, lief ihm aus missionarischem Eifer bald der Geifer aus dem Mund. Vor Jahren hatte der noch ganz anders gesprochen, jetzt ist er auch dem neoliberalen Wahn verfallen. Mir kommt es so vor, als wenn die alle irgendwie bestochen wurden, Aber die Blätter kämpfen ja auch alle um jeden Werbeauftrag. Wessen Brot ich ess, dessen Lied sing ich eben.“

Die deutsche Presselandschaft muss aufpassen, denn das Vertrauen der Bürger in die Objektivität der Medien scheint zu schwinden. So meint zum Beispiel „mirdochegal“:
„ich bin da skeptisch was den objektiven Journalismus betrifft. nur ein ganz kleiner Haufen aufrechter macht heute noch dinge wirklich uneigenützig. Leider! vor diesen Menschen habe ich Respekt!

Ach ja, da gab es ja noch Claus Christian Malzahn. Auch anderen ist nicht verborgen geblieben, dass dieser „Journalist“ in den vergangenen Monaten nicht immer ganz fair war: so meint etwa „fpa“:
“Dem kann ich nur beipflichten! Bush-Fan Malzahn hat im SPIEGEL seit Monaten permanent versucht, Maßnahmen, Programme und vor allem Personen der Regierungsparteien lächerlich zu machen, und zwar mit der Radikalität und sprachlichen Schärfe eines Friedmanns. Und diese Art Berichtserstattung war auch leider kein Einzelfall, sondern eher die Regel. Ein schönes Beispiel dafür war die Sendung am Freitagabend um 20.15 Uhr in der ARD. Die Zuschaltungen des Bayerischen Rundfunks zu den Abschlusskundgebungen folgten ganz offensichtlich einem vorher festgelegten Regieplan, der die Vorstellungen von CDU, CSU und FDP perfekt und auf die Minute genau ins Bild brachte, während Fischer und Schröder genau so eingeblendet wurden, dass sie persönlich abgewrackt und als die ewig gestrigen erscheinen mussten. Am krassesten war es dann bei Gysi. Genüsslich wurde seine Kritik an der Regierung gezeigt, doch als er ansetzte die Schwarz-gelben zu kritisieren übernahm hektisch der Reporter vor Ort. Pech nur für den Bayerischen Rundfunk, dass ihr Tontechniker nicht aufgepasst hatte, und Gysi eine Zeit lang immer noch lauter erschien als der Kommentator. Man merkte richtig, wie die Regie dadurch in Aufregung versetzt wurde.
(…) Sie haben den Traum vom „Medien-Putsch“ also immer noch nicht aufgegeben.
Ich denke, der Größenwahnsinne ist nicht der Kanzler, sondern diese selbsternannten Kanzlermacher (früher hieß es wohl mal „Die heimlichen Verführer“). Die Kanzlerschelte war vielleicht im Ton überzogen, in der Sache aber vollkommen richtig. Dieser Typ mit dem Hitler-Schnauzer war mir bisher ja noch nicht aufgefallen, vielleicht hat es da ja den falschen getroffen. Aber wenn ich mir mal so sein Gesicht anschaue (…) Malzahns Artikel waren nicht kritisch, und sie waren auch nicht lustig. Malzahn hat sich Monate lang als eine Art Arthur Schnitzler der Neokons betätigt. Ich nenne so etwas Propaganda und nicht Kritik.“

Allerdings muss ich auch zugeben, dass mir gestern und heute auch positive Beispiele aufgefallen sind. So fand man auf der Homepage der Zeit die Schlagzeile „Auf Schröder kann niemand verzichten“. [2] Und immerhin, Spiegel-Online merkte am Schluss eines Artikels [3] an:
„Für Schwarz-Grün an der Seite der FDP im Bund ist die Zeit offenbar noch nicht gekommen - für keine Seite. Nicht nur das Milieu der CSU und der CDU, auch das der Grünen ist auf die in Schwindel erregender Eile auf die Tagesordnung gesetzte Schwampel mental nicht vorbereitet.“
Es besteht also doch noch Hoffung!

bluejax
Erfurt, den 22. September 2005

[1] http://www.gruene-fraktion.de/cms/diskussion/dok/38/38883.htm
[2] http://www.zeit.de/2005/39/Gespr_8ach_Grass
[3] http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,375914,00.html
22.9.05 10:57
 


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