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Part 3 // Serie zu Öffentlicher Meinung und Springer – Die Rolle der Massenmedien


In der modernen Gesellschaft sind es die Massenmedien, denen bei der Bildung von öffentlicher Meinung eine besondere Bedeutung zukommt. (vgl. Luhmann 2000: 303 ff.) Dabei ist es egal, ob die Massenmedien intentional auftreten und zum Beispiel politische Meinungen verbreiten, oder ob die öffentliche Meinung als „Abfallprodukt“ (vgl. Luhmann 2000: 303) ihrer auf Information und Unterhaltung gerichteten Aktivitäten entsteht. Durch die reine Übermittlung und Artikulation von Meinungen und Problemen sollen die Medien dabei helfen, dass sich der einzelne Bürger eine eigene Meinung bilden kann. (vgl. Eisenstein 1994)
Früher waren es andere Instanzen, welche diese Funktion wahrnahmen und der Gesellschaft (oder Öffentlichkeit) als Leitwolf dienten. Kirchen, Religionen oder Oberschicht repräsentierten „die Welt in der Gesellschaft für die Gesellschaft“ (Luhmann 2000: 304), mussten diese aber im Zuge der Aufklärung und der Emanzipation aufgeben. Mittlerweile führen die Massenmedien diese Aufgabe aus und nehmen somit eine tragende Rolle ein. (vgl. Luhmann 2000: 304 ff.)
Noelle-Neumann weist darauf hin, dass der Einfluss, den die Massenmedien auf die Meinungen des Individuums ausüben nicht immer eine Manipulation bedeuten muss. Es ist lange nicht so einfach die Meinung eines Menschen über ein Massenmedium zu beeinflussen wie vermutet. „Die Menschen besitzen gegenüber Massenmedien und Versuchen ihre Meinung zu beeinflussen, vielleicht zu manipulieren, stark ausgebaute Abwehrmechanismen.“ (Noelle Neumann, 1979: 64). Zwar können die Massenmedien Meinungen beeinflussen, allerdings fast ausschließlich nur bei Themen, denen das Individuum geringes Interesse zuordnet. „Je höher ein Thema (…) im persönlichen Wertesystem rangiert“ desto stärker tritt ein Abwehrmechanismus in Kraft, der die Meinung des Individuums schützen soll. (vgl. Noelle Neumann 1979: 64 ff.). So werden bestehende Überzeugungen durch Berichterstattungen der Massenmedien verstärkt und nur schwerlich verändert. Noelle-Neumann spricht hier auch von einer selektiven Wahrnehmung. Bei neuen Sachverhalten, über die sich das Individuum noch keine eigene Meinung gebildet hat ist es für Massenmedien dagegen leicht prägenden Eindruck zu hinterlassen.
Somit sind Massenmedien eine gute Ergänzung zum Meinungsbildungsprozess jedes Einzelnen. Sie sehen in der Meinungsbildung eine ihrer öffentlichen Aufgaben. Man hat die Möglichkeit eigene Überzeugungen zu überprüfen und sich zu neuen Themenfeldern eine eigene Meinung zu bilden. Jedoch setzt diese Meinungsbildung im Sinne der Selektivität eine mögliche Auswahl von verschiedenen Medienprodukten voraus. Der Abwehrmechanismus gegenüber Manipulationen ist angewiesen auf die Vielfalt der Medienlandschaft und beruht somit auf einer gesicherten Pressefreiheit. (vgl. Noelle-Neumann 1979: 65) „Bei gleichgeschalteter Publizistik sind die Abwehrmechanismen außer Kraft gesetzt und das Individuum kann sich der Beeinflussung durch Massenmedien nicht entziehen.“ (vgl. Noelle-Neumann 1979: 65) Ergebnis ist eine daraus resultierende Manipulation. Selbst wenn das Publikum sich dieser einseitigen und gleichgeschalteten Berichterstattung bewusst wäre, so würde dies nicht vor einer Infiltrierung derselben schützen.
Wenn die erscheinenden Zeitungen oder Fernsehbeiträge einen großen Teil der Bevölkerung erreichen, so „besteht durchaus die Möglichkeit, dass meinungsbildende Wirkungen (…) fast die ganze Bevölkerung erreichen.“ (Noelle-Neumann 1979: 71 ff.) Es würde der so genannte „Two-Steps-Flow of Communication“ in Gang gesetzt, der besagt, dass so genannte Erst-Empfänger ihre aufgenommenen Informationen und Einstellungen an andere Personen durch Gespräche weitergeben. Noelle-Neumann nennt hier das Beispiel der Springer-Gruppe und sein Medienimperium mit dessen Zeitungen und Zeitschriften
Allerdings kommt es häufig vor, dass die Medien „über die Orientierungsfunktion hinaus die Meinung in eine intendierte Richtung lenken bzw. bestimmte Meinungen vorgeben. (…) Die politischen Funktion der Meinungsbildung wird in diesen Fällen missbraucht und nimmt einen dysfunktionalen Charakter an.“ (Eisenstein 1994)
Doch die öffentliche Meinung ist in allen ihren Komponenten ebenso wenig homogen wie die von den Massenmedien veröffentlichte Meinung. „Beide setzen sich vielmehr aus einer Vielzahl von individuellen Einstellungen, Überzeugungen, Attitüden und Meinungen zusammen, die zwar in der Tendenz weitgehend übereinstimmen können, sich in verschiedenen Aspekten jedoch durchaus unterschiedlich manifestieren.“ (Silbermann, Ernest 1970: 372) Individuelle und soziale Einflussfaktoren wirken beim Prozess der Meinungsbildung ebenso mit. „Aufgrund von gesellschaftlichen Differenzierungen sowie fortschreitender Technologisierung gestaltet sich die interpersonalen Netzwerke und das massenmediale Kommunikationssystem komplexer als sie durch das Zweistufenfluss-Konzept wiedergegeben werden.“ (Eisenstein 1994: 16 ff.) Deswegen erweitert Cornelia Eisenstein auch das Konzept des „Two-Step-Flow of Communication, zum „Multi-Step Flow of Communication“. Hier werden nun hierarchisch strukturierte Meinungsführer integriert, sowie der direkte Einfluss von Massenmedien auf das Individuum berücksichtigt.
Massenmedien üben eine wichtige Funktion auf den Meinungsbildungsprozess aus. Somit kommt auch den großen Medienmachern, wie etwa dem Springer-Verlag, eine geballte Macht zuteil. Sie können durch ihren Einfluss, den sie auf eine Großzahl von Medienerzeugnissen haben die Möglichkeit nutzen die öffentliche Meinung zu prägen und zu lenken. Allerdings sieht Luhmann eine Presse, die als politische Presse aktiv ist, also Meldungen gezielt auswählt, um damit einen politischen Effekt zu erzielen, als politisches Organ. „In solchen Fällen agiert die Presse selbst politisch, also im politischen System.“ (Luhmann 2000: 301)

bluejax
Erfurt, den 23. September 2005

Literaturverzeichnis:

Eisenstein, Cornelia (1994): Meinungsbildung in der Mediengesellschaft - Eine Analyse zum Multi-Step-Flow of Communication. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag

Luhmann, Niklas (2000): Die Politik der Gesellschaft. Frankfurt am Main: Suhrkamp

Noelle-Neumann, Elisabeth (1979): Öffentlichkeit als Bedrohung - Beiträge zur empirischen Kommunikationsforschung. Freiburg / München: Verlag Karl Alber
23.9.05 19:33
 


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