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„Timeline“ – Eine fantastische Reise in die Vergangenheit


Am gestrigen Samstag habe ich ein Buch beiseite gelegt, dass mich in den vergangenen Tagen fesselte. Ein Buch, dessen eigentliches Thema, mich normalerweise nicht unbedingt zu Luftsprüngen hinreißen würde. Es geht um Zeitreisen. Und da Zeitreisen in Romanen immer etwas unglaubwürdig und unrealistisch dargestellt sind, lasse ich eigentlich grundsätzlich die Finger davon. Allerdings hatte mir mein Vater den Tipp gegeben einmal in dieses Buch hineinzuschauen und seitdem er mir auch immer wieder „Die Säulen der Erde“ (siehe Beitrag vom 27. April 2005) ans Herz legte und ich davon so dermaßen begeistert bin, verließ ich mich wieder auf seine Empfehlung und nahm mich des Buches an.
Der Name des Buches hätte einen Preis verdient, als „schlechtester-Name-den-man-einem-Buch-geben-kann“. Das Buch trägt den Namen „Timeline“, was an irgendwelche Science-Fiction billig-Romane erinnert und mich auch negativ prägte. Immerhin, die zweite Überschrift „Eine Reise in die Mitte der Zeit“ wird nachgereicht, kann aber den eigentlichen Namen des Romans auch nicht mehr aufpolieren.
Auf der Rückseite des Buches findet man eine kurze Zusammenfassung des Inhaltes:

„Eine Reise in die Mitte der Zeit: Eine Gruppe amerikanischer Wissenschaftler reist mit Hilfe der Quantentechnologie ins französische Mittelalter und muss in den Wirren des Hundertjährigen Krieges ums Überleben kämpfen. Doch nicht alle werden zurückkehren…“

Na toll, ich finde hier wird genau der Fehler, der mit dem Buchtitel anfängt, weitergeführt. Ganz ehrlich: hätte ich dieses Buch so in einer Buchhandlung entdeckt, nie im Leben hätte ich ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, diese Geschichte zu lesen. Ich versuche mal eine etwas andere Zusammenfassung zu geben:

In Frankreich finden Ausgrabungen an Ruinen aus dem vierzehnten Jahrhundert statt. Die Historiker versuchen die Geschichten der alten Gebäude wiederzubeleben und zu rekonstruieren. Finanziert werden sie von einer amerikanischen Firma, die an einem geheimen Projekt arbeitet: Reisen in die Vergangenheit. Plötzlich bekommt die kleine Gruppe der ausgrabenden Historiker die Gelegenheit selber in das Mittelalter zurückzureisen und sich die wahren Zustände dieser Zeit anzuschauen. Dabei geraten sie mitten in die Wirren des Hundertjährigen Krieges und zwischen die Fronten zweier rivalisierender Ritter. Die Zeitreisenden finden sich schnell ein in diese Zeit und tauchen ein in die Geschichte. Dabei machen sie so manche Entdeckung, die heutzutage längst vergessen ist.

Ja, so in etwa würde ich diesen Roman zusammenfassen, ohne zu viel zu verraten. Das Buch gibt es als Taschenbuch-Ausgabe für 11€ unter der ISBN-Nummer: 3442451221 und hat 634 Seiten.

Den weiteren Teil dieses Artikels sollten nur diejenigen lesen, denen es nichts ausmacht, zuviel über den Inhalt des Buches zu erfahren. Wer also wirkliches Interesse daran hat, „Timeline“ zu lesen, sollte den kommenden Teil auslassen und zum Schluss dieses Artikels springen!

Der erste Teil des Buches spielt in der heutigen Zeit. Die Firma ITC unterstützt ein Forschungsprojekt in Frankreich, bei dem die Ruinen einer alten mittelalterlichen Infrastruktur rekonstruiert werden sollen.
Professor Johnson, die ehemalige Architektin Kate, der Mittelalter-Fan und Historiker Andre Marek, sowie der angehende Historiker Chris arbeiten mit weiteren Mitarbeitern an diesem Projekt. Als eine Journalistin auftaucht und kritische Fragen stellt wird Professor Johnston misstrauisch, was das Engagement von ITC angeht. Er macht sich auf den Weg zur Firmenzentrale in den USA und verschwindet spurlos.
Die restlichen Mitarbeiter des Forschungsteams arbeiten derweil weiter, bis sie eine unglaubliche Entdeckung machen: sie finden einen Hilferuf des Professors, datiert auf das Jahr 1357.
Und es geht merkwürdig weiter: auf einmal treffen hohe ITC-Mitarbeiter bei der Grabungsstätte ein und klären das Team auf. Der Professor sei mit Hilfe einer von ITC entwickelten Zeitmaschine in die Vergangenheit gereist und seither spurlos verschwunden. Um ihn wieder zurückzuholen ist ein Team erforderlich, dass sich mit den Gepflogenheiten und Umgangsformen des Mittelalters auskennt. Somit machen sich Kate, Chris und Marek auf in eine Zeit, die sie bisher nur aus Büchern und Vorträgen kannten. Dabei müssen sie feststellen, dass nicht alles, was heute in den Geschichtsbüchern steht der Wahrheit entspricht und dass ihr Bild der Vergangenheit nicht unbedingt richtig ist.
Schnell geraten die 3 Zeitreisenden zwischen die Fronten eines blutigen Kampfes zweier Ritter und deren Heer. Sie müssen sich voll auf das Abenteuer einlassen, ein Kampf ums Überleben und um die Chance wieder in die Gegenwart zurück zu kehren beginnt. Doch warum sind den dreien die ganze Zeit die Leute des blutrünstigen Rittesr Oliver auf den Fersen? Was stimmt hier nicht?
Derweil geschieht im Forschungszentrum von ITC eine Explosion, bei der die Zeitmaschinen zerstört werden. Auch hier beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn die Akkus der „Marker“, mit deren Hilfe die in der Vergangenheit Gefangenen zurückkehren können läuft in 40 Stunden ab. Doch reicht die Zeit, um das Labor und die Maschinen wieder aufzubauen?

Wie gesagt, mich hatte das Buch am Anfang wirklich nicht vom Hocker gerissen. Viel zu sehr war ich durch die Aufmachung negativ beeindruckt und dachte immer nur, dass es alles Science Fiction und zu überzogen sei. Dieses Gefühl zog sich bei mir auch durch das halbe Buch durch. Zwar war es irgendwie schon interessant etwas über die Quantentechnik und einige physikalische Besonderheiten zu erfahren, aber ist der Funke bei mir noch nicht so richtig übergesprungen. Trotz dessen habe ich gerne weiter gelesen.
Alles ändert sich eigentlich, sobald der Roman im Frankreich des Mittelalters spielt. Auf einmal kommt richtig Spannung auf und die Geschichte beginnt interessant zu werden.
Im ersten Teil kam es mir immer irgendwie so vor, als ob die Geschichte etwas stockend voran ging. Zwar nimmt sich Crichton viel Zeit, für die Einführung, bis es schließlich in die Vergangenheit geht aber irgendwie fehlt das gewisse Etwas. Allerdings kommt dies alles, sobald es dann wirklich ins vierzehnte Jahrhundert geht. Auf einmal macht es richtig Spaß und man möchte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Crichton versteht es eine Spannung aufzubauen, die er bis zum Schluss aufrechterhalten kann. Nun bekommt auch jede Einzelheit des Vorlaufs seinen Sinn.
Jedes Mal, wenn die Spannung dann einen Höhepunkt erreicht, fügt Crichton dann ein Kapitel ein, welches die parallel ablaufenden Probleme in der Gegenwart erzählt. Dadurch wird man als Leser ganz schön auf die Folter gespannt, spielt sich das Interessante doch wirklich in der Vergangenheit ab.
Crichton hat einen richtig guten und spannenden Roman geschrieben. Interessanterweise hat er es geschafft, die Geschichte relativ glaubwürdig zu erzählen, indem er für jedes Problem eine passende Lösung parat hat. Schade eigentlich, dass der Teil, welcher in der Vergangenheit spielt nicht noch etwas länger geht. Denn eigentlich ist er die Stärke dieses Romans. Auch über die einzelnen Charaktere hätte ich als Leser gerne noch etwas mehr erfahren.
Zwar muss ich ehrlich sagen, dass ich schon einige Bücher gelesen haben, die besser und noch spannender waren. Aber demgegenüber habe ich auch schon viele gelesen, die schlechter waren. Deswegen kann ich „Timeline“ auch nur weiterempfehlen.
Dass sich Michael Crichton bei der Entstehung dieses Romans viel Zeit genommen hat sieht man allein schon an der angehängten Bibliographie: schlappe 91 Quellen werden genannt, darunter auch 10 naturwissenschaftliche.
Man sieht also, der geistliche Vater von Jurassic Park und vielen anderen Romanen hat viel Arbeit in dieses Werk gesteckt. Herausgekommen ist ein spannendes und lesenswertes Buch, das den Leser mitnimmt in eine Zeit, auf der unserer Gegenwart aufbaut. Dass diese Geschichte allerdings nur ein Fantasie-Produkt ist, darauf weist der Autor selber am Ende des Buches ausdrücklich hin: „Das vorliegende Buch ist ein Roman. Zeitreisen gehört eindeutig ins Reich der Fantasie.“ Doch da irrt sich Michael Crichton: Mit „Timeline“ können wir in die Vergangenheit reisen. In unserer Fantasie!

bluejax
Erfurt, den 16. Oktober 2005
16.10.05 18:51
 


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